Samswegen l Weil ein Sextett in der Gewichtheber-Bundesliga nun einmal aus sechs Stemmern besteht, musste der SSV Samswegen vor Beginn der Saison 2014/15 (11. Oktober in Görlitz) reagieren. Neben dem Polen Tomasz Zielinski, immerhin Vize-Europameister im Limit bis 105 kg Körpergewicht, ist der zuletzt für Görlitz in der Bundesliga startende Mark Eckhardt das zweite neue Gesicht bei den "Bördekränen".

Der 25-jährige in Frankfurt/Oder als Sport- und Fitnesskaufmann beim dortigen Universitäts-Sportclub Via-drina tätige Athlet stellte sich am Sonnabend den Fans im "Stärksten Dorf der Welt" vor: Im russischen Rostow am Don geboren, kam der Blondschopf kurz vor seiner Übersiedlung mit der Mutter nach Deutschland vor 13 Jahren zum Gewichtheben. In Osnabrück angekommen, betätigte er sich als Boxer und mit Fitnesstraining. "Ich habe immer Krafttraining betrieben", erzählt der Mann mit dem deutschen und dem russischen Pass, "und als ich im Alter von 17 Jahren in der Gewichtheber-Zeitschrift ,Athletik` etwas über den Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder gelesen hatte, war klar, ich wollte mich dort bewerben. Gesagt - getan. Mark Eckhardt bewarb sich, fuhr zu Tests, bestand diese und wurde angenommen. Und das Training bei Roland Taubert am OSP zeitigte recht bald erste Erfolge: zweimal Norddeutscher Meister und Platz 3 bei der deutschen Juniorenmeisterschaft, 2008 hinter dem ehemaligen Samsweger Heber Florian Altmann.

Sein Weg führte Eckhardt schließlich 2010 für zwei Jahre zum Bundesligisten AC Neuhardenberg und zuletzt nach Görlitz. Eckhardts jetzigem Samsweger Mannschaftskameraden Ronny Winter ist der Wechsel von der Neiße an die Ohre zu verdanken. "In Samswegen kann man schön heben. Es herrscht eine tolle Stimmung und Samswegen hat deutlich mehr Potenzial", weiß Winter. Samswegens Sportlicher Leiter Wolfgang Weber nahm mit Eckhardt Kontakt auf und sagt heute: "Ich war so fair und habe am letzten Wettkampftag der vergangenen Saison den Görlitzern mitgeteilt, dass Mark künftig für uns heben wird." Der Samsweger Trainer Hartmut Stellmacher hofft: "Ich glaube, Mark kommt beim Publikum an, denn er ist ein toller Typ, passt haargenau in die Mannschaft und wird der Truppe guttun."