Koblach l Vor dem Finale hatte SKV-Teamchef Timo Hoffmann noch an die Stärken seiner Mannschaft erinnert: "Uns hat immer die mannschaftliche Geschlossenheit und der unbändige Kampfeswille ausgezeichnet. Wenn wir das heute wieder in die Waagschale werfen, werden wir erfolgreich sein."

Und genau das taten die Spieler dann auf der Bahn. Der Start der Partie verlief jedoch nicht nach Maß. Mathias Weber (1:3, 628) kam nicht so ins Spiel wie im freitäglichen Halbfinale. Er verlor seinen Mannschaftspunkt (MP) frühzeitig, kämpfte sich aber mit einer grandiosen Schlussbahn nach Kegeln fast wieder an Zsombor Zapletan (635) heran. Gleichzeitig spulte Uros Stoklas (3:1, 659) mit stoischer Ruhe sein konstantes Kegelspiel auf höchstem Niveau ab und ließ Robert Ernjesi (638) keine Entfaltungs-Möglichkeiten.

Wie dann Axel Schondelmaier (1:3, 641) gegen den groß auftrumpfenden Levante Kakuk (671) die Ruhe behielt und den Kegelabstand in Grenzen hielt, war schon beeindruckend. So lagen die Zerbster zwar mit 1:2 MP und 22 Kegeln hinten, blieben gegen den amtierenden Champions League-Sieger aber in Schlagdistanz.

Zu Beginn des Final-Durchgangs setzten zuerst die Ungarn die Akzente. Sowohl Hoffmann (2:2, 627) als auch Boris Benedik (1:3, 640) und Thomas Schneider (2:2, 621) verloren ihre ersten Sätze und der Kegelvorsprung von Szeged wuchs bedrohlich an. Doch dann wendete sich das Blatt. Benedik hielt mit Norbert Kiss (640) mit, musste aber trotzdem seinen MP abgeben.

Hoffmann und Schneider setzten jetzt zum "Überhol-Manöver" an und gewannen die zwei nächsten Sätze gegen Bela Feher (612) und Laszlo Karsai (608). Plötzlich lagen die Rot-Weißen auch nach Kegeln deutlich in Front. Die Partie schien vorentschieden zu sein.

Doch dem war nicht so. Alle drei Ungarn kamen zurück und holten Kegel um Kegel auf. Es war schwierig, in dieser dramatischen Phase den Überblick über den sich ständig ändernden Spielstand zu behalten.

"Wir haben mit unserem unbändigen Kampfgeist und dem unbedingten Willen im ganzen Team ganz Großes erreicht".

SKV-Teamchef Timo Hoffmann.

Drei Wurf vor Schluss hatte Szeged knapp 20 Kegel Vorsprung. Kaum jemand rechnete jetzt noch mit der Zerbster Titelverteidigung. Doch plötzlich packten Hoffmann und Schneider die "Neuner-Keule" aus. Hoffmann legte gleich noch eine zweite Neun nach und brachte so die Koblacher Kegelhalle zum Kochen.

Als nach dem letzten Wurf das 5:3 und der Sechs-Kegel-Vorsprung an der Anzeige auftauchte, gab es für die Zerbster Kegler und ihre Fans kein Halten mehr. Jubelgesänge und Tänze bestimmten das Bild der nächsten Minuten.

Tränen der Erleichterung und Freude rollten nicht nur bei Teamchef Hoffmann und SKV-Sportwart Andreas Förster. "Wir haben mit unserem unbändigen Kampfgeist und dem unbedingten Willen im ganzen Team ganz Großes erreicht", lobte Hoffmann noch auf der Bahn seine gesamte Mannschaft und das Umfeld im Verein. Und dann hörte man in Koblach nur noch ein Lied: "Weltpokalsieger, Weltpokalsieger, Weltpokalsieger, SKV ..."

 

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