Koblach l "Davon habe ich gestern Nacht geträumt", schwärmte der Teamchef der Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst, Timo Hoffmann, nach dem Sieg seines Teams am Sonnabend beim Weltpokal im österreichischen Koblach. Der Kapitän, der eigentlich gar nicht als Spieler eingeplant war, hatte mit zwei Neunern kurz vor Schluss das Spiel gegen den ungarischen Meister und aktuellen Champions-League-Sieger Szegedi TE noch gedreht und für Jubelstimmung bei den Zerbstern gesorgt.

Die Rot-Weißen lagen bis drei Wurf vor Spielende noch deutlich im Hintertreffen. "Mein Blick ging kurz zur Mannschaftsanzeige. Da wusste ich, was jetzt notwendig ist, um unseren gemeinsamen Traum doch noch zu realisieren", so Hoffmann noch voller Emotionen.

Dabei hatte der 44-Jährige zwar die gesamte Vorbereitung mit seiner Mannschaft, aber noch kein einziges Spiel in dieser Saison bestritten. "Aber gerade das war vielleicht mein Vorteil. Als uns die Spieler in Top-Form nach dem durchwachsenen Bundesligastart ausgingen, haben wir entschieden, dass ich selbst spielen muss. Ich hatte wenigstens noch keine Negativ-Erlebnisse und nach den Trainings reichlich Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten."

Dass der Franke seinen Traum tatsächlich in die Realität umsetzen konnte, war für ihn kaum zu fassen. Er fiel nach Spielschluss weinend auf die Knie. Um Fassung ringend gestand er: "Da sind schon einige Tränen der Erleichterung und Freude geflossen. Was da für eine Last von meinen Schultern fiel, ist kaum erklärbar."

Mit diesem Erfolg beim Weltpokal will Hoffmann seine Spieler-Karriere nun endgültig an den Nagel hängen. "So einen Abschluss habe ich mir gewünscht. Aber eigentlich wollte ich ja auch hier gar nicht mehr spielen", ließ sich der Banker noch ein Hintertürchen offen.