Magdeburg l Stand für Steffen Stiebler noch vor zwei Wochen ein schwerer Gang an, als er "eine der schwierigsten und schmerzhaftesten Entscheidungen in den letzten Jahren" verkünden musste - das Ende der "Ära Jurecki" - fiel es dem Sportlichen Leiter gestern wesentlich leichter, die neue Botschaft aus der Führungsetage zu verkünden. "Ich bin sehr glücklich und froh, dass wir Fabian van Olphen für zwei weitere Jahre behalten dürfen", so Stiebler, der im Beisein des Holländers, der seit 2006 beim SCM die Abwehr dirigiert, eine Lobeshymne anstimmte: "Fabian ist ein Musterprofi. In der besten körperlichen Verfassung seit Jahren ist er maßgeblich verantwortlich für das aktuell kompakte und physisch starke Auftreten unserer Mannschaft. Er ist der absolute Leitwolf, das wichtigste Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Verein und über die Jahre zu einem Markenbotschafter des SCM geworden."

Nach der Pressekonferenz stellte sich van Olphen den Fragen der Volksstimme:

Sie gehören mit 33 Jahren der Ü-30-Fraktion des SCM an, deren Reihen sich mehr und mehr lichten. Haben Sie es mit der Angst zu tun bekommen, als Sie hörten, dass Bartosz Jurecki keinen neuen Vertrag bekommt?
Zunächst einmal muss ich sagen, dass diese Nachricht für uns alle, auch mich, unerwartet kam. Ich finde das schade, aber so schwer, wie der Abschied von Bartosz fallen wird: es gilt zu akzeptieren, dass irgendwann Schluss sein muss und sich eben auch das Kapitel Jurecki im Buch des SCM schließt. Was mich betrifft, hatte ich aber zu diesem Zeitpunkt bereits das Signal erhalten, dass der Verein mit mir verlängern möchte. So gesehen war ich etwas beruhigt. Aber so eine Vertragsverlängerung ist kein Automatismus, man sollte nie davon ausgehen, einen Vertrag geschenkt zu bekommen, sondern muss etwas dafür tun. Ich habe versucht, meine Aufgaben zu erfüllen und alles getan, was ich tun konnte, damit der Vertrag verlängert wird.

Sie haben mit Blick auf Alter und Gesundheit betont, nur noch von Saison zu Saison planen zu wollen. Offensichtlich fühlen Sie sich fit und stark genug für zwei weitere Jahre?
Vor allem mein Rücken hat mir immer mal wieder Pro- bleme bereitet, aber das habe ich mit Unterstützung von außen durch spezielles Training in den Griff bekommen. Ich fühle mich jetzt körperlich besser als je zuvor und bin überglücklich, dass es beim SCM weitergeht.

Die fetten Jahre sind offensichtlich auch in der Handball-Bundesliga vorbei, die Vereine müssen den Gürtel enger schnallen. Mussten Sie auch Einbußen hinnehmen?
Sicher haben sich die Konditionen ein wenig geändert, aber ich kann nicht klagen. Ich bin total zufrieden, und mein Vertrag ist meinem Alter und meiner Leistung angemessen.

Ihre Zwillinge sind hier geboren, Sie haben inzwischen ein Haus gekauft, die B-Lizenz als Trainer erworben und stehen zudem vor dem IHK-Abschluss zum Sportfachwirt - könnten Sie sich vorstellen, für immer hierzubleiben?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Aber wenn man dem Handball weiter verbunden bleiben will, sind die Chancen dafür in Deutschland definitiv größer, weil hier die Strukturen viel besser und professioneller sind als bei uns in Holland.