Magdeburg/Hamburg l Man sieht sich immer zweimal im Leben - oder in der Handball-Bundesliga. So kommt es, dass heute in Magdeburg ein guter, alter Bekannter auftaucht, der hier eines der erfolgreichsten Kapitel der Handballgeschichte mitgeschrieben hat: Christian "Kiki" Gaudin - einst als Top-Torhüter mit dem SCM Champions-League-Sieger, heute Trainer des HSV Hamburg.

Doch der Weg des mittlerweile 47 Jahre alten und bereits auch etwas angegrauten Franzosen zurück aufs Parkett der Getec-Arena, die zu seinen Glanzzeiten noch Bördelandhalle hieß, wird kein leichter sein. Und das nicht nur, weil auch der HSV Hamburg längst nicht mehr das ist, was er vor einem Jahr beim Champions-League-Sieg noch war. Denn nach der drohenden Insolvenz, der danach einsetzenden Flucht vieler Stars und dem Zoff um Ex-Trainer Martin Schwalb war der Saisonstart - mit Gaudin als Krisenmanager - miserabel, so dass die Hanseaten aktuell im unteren Tabellendrittel zu finden sind (6:10 Punkte/Rang 14).

Der eine oder andere Magdeburger wird es Gaudin, der nach der Entlassung von Frank Carstens als einer der Wunschkandidaten auf dem Trainerposten gehandelt wurde, nachtragen, dass er nach dem Angebot wankelmütig war und sich nach längerem Hin und Her mit dem SCM nicht über einen Wechsel hatte einigen können ...

Doch so oder so, der zweifache Weltmeister, dem mit seinen Hamburgern nach vier vergeblichen Anläufen beim 31:30 (18:15) gegen MT Melsungen der erste Heimsieg und der zweite Erfolg in Serie geglückt ist (davor 34:28 in Lübbecke), ahnt bereits, was heute Abend auf ihn zukommt: "Magdeburg war meine beste Zeit als Spieler. Vor dem Spiel wird es sicher ein paar Minuten emotional, aber ich darf nicht vergessen: Ich komme als Gegner. Ich rechne nicht mit Geschenken, verteile aber auch keine. Wir wollen uns weiter steigern und gewinnen."

Sich ("gegenüber Gummersbach in der Angriffs-Effektivität") steigern und ("die zwei Punkte zu einhundert Prozent")gewinnen - das sind auch die Prämissen von SCM-Trainer Geir Sveinsson, der gegen den HSV erneut auf seine Bestbesetzung zurückgreifen kann: "Hamburg ist topbesetzt, steigert sich von Spiel zu Spiel und hat nach zwei Siegen in Folge Rückenwind. Wir müssen kämpfen und das zeigen, was wir können."