Magdeburg l Sven-Torge Bremer schlägt den langen Diagonalpass auf den rechtsaußen gestarteten Nils Butzen. Nach Doppelpass mit Morris Schröter flankt der Rechtsverteidiger auf den in Mittelstürmerposition mitgelaufenen Nicolas Hebisch - ein Szenario beim gestrigen Training des 1. FCM, das auch im Regionalliga-Nachholspiel am Sonnabend (Anstoß wegen der Live-Übertragung im MDR erst 14 Uhr) beim FSV Zwickau denkbar wäre.

Die Auswärtsaufgabe bei den Westsachsen dürfte die kniffligste für den FCM in der laufenden Saison werden. Erst zwei Gegentreffer in den acht Punktspielen, siebenmal gar ohne Gegentreffer - Zwickau hat sich mit 11:2 Toren und 18 Punkten hinter Wacker Nordhausen auf Rang zwei platziert. Nur wenig zählt, dass der FCM in der vergangenn Saison in Zwickau 2:0 gewann und im Rückspiel den FSV gar mit sechs "Buden" nach Hause schickte.

Der aus Gommern stammende Florian Eggert, der in der A-Jugend zwei Jahre beim FCM spielte, in der Oberliga unter Trainer Dirk Heyne einen Herren-Einsatz hatte und jetzt in Zwickau Abwehraufgaben verrichtet, sieht die Stärken seines derzeitigen Vereins so: "Unser Glanzstück ist die Verteidigung. Das hat sich allerdings schon in der vergangenen Rückrunde abgezeichnet." Seinen Ex-Verein sieht der Mitarbeiter des Zwickauer VW-Kundencenters "unheimlich unter Druck".

Jens Härtel könnte die Sachsen angesichts deren Tabellenstand fast ein wenig beneiden, übernimmt doch Zwickau selbst im Falle eines Remis` die Führung. Der FCM-Trainer hat den morgigen Gegner am 28. September daheim gegen Budissa Bautzen (0:0) beobachtet, sich zwei Seiten Notizen gemacht. Der 45-Jährige hüllt sich wie gewohnt über seine Erkenntnisse in Schweigen, will aber "Möglichkeiten" entdeckt haben, "wie man gegen Zwickau Chancen kreieren kann". Zum Beispiel über die Flügel. Nicolas Hebisch, der den Part des Gelb-Rot-Gesperrten Lars Fuchs übernehmen könnte, schoss sich gestern schon einmal warm.