Magdeburg l Zirka 700 Zuschauer klatschten in die Hände, hauten auf die Pauke, standen auf den Rängen: Die letzte Minute der Partie zwischen den Otto Baskets Magdeburg und den Rostocker Seawolves dauerte gefühlt so lange wie jeder komplette Abschnitt zuvor. Aber kein Klatschen, kein Pauken sollte letztlich reichen, um den Gastgebern am Sonntag in der Gieselerhalle den letzten Schub zum möglichen Sieg zu geben: Die Otto Baskets verloren ihr erstes Heimspiel in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B mit 65:70 (17:16, 20:10, 12:28, 16:16).

"Otto"-Coach Dimitris Polychroniadis erklärte nach dem Abpfiff: "Die Mannschaft befindet sich noch in einem Prozess. Wir hatten im Gegensatz zu anderen Teams in der Vorbereitung zu wenig Zeit gehabt." Aber der 45-Jährige hatte ebenso gesehen, dass die Magdeburger eine "Führung leichtfertig vergeben haben". Es war jene 37:22-Führung wenige Minuten vor Ende der ersten Halbzeit: als die Hausherren sich eigentlich in einen Rausch gespielt hatten, als die Abwehr die Rebounds gewann, als der Gegner zu einfachen Fehlern im Spielaufbau gezwungen wurde. Aber dann "haben wir einfache Würfe weggelassen", sagte Polychroniadis. Die Baskets übten sich in jener Phase zu sehr in Galerie, statt konzentriert und konsequent die Chancen zu nutzen.

Und die Rostocker arbeiteten in der Folge noch stärker, noch härter am Mann. Sie hatten es damit "geschafft, die Magdeburger aus dem Rhythmus zu bringen", freute sich Gäste-Coach Sebastian Wild. Den Rhythmus sollten die Baskets auch nicht mehr wiederfinden: Nach dem 37:26 zur Pause verloren sie das dritte Viertel mit 12:28 (49:54). Und die starke Defense der Seawolves sorgte dafür, dass die Magdeburger nur noch einmal bis auf zwei Punkte verkürzten (56:58/35.). Danach vergaben die Gastgeber in drei Angriffen in Folge den möglichen Ausgleich.

Rostock setzte sich deshalb wieder ab. Und dann läutete Frazier mit einem Dreier zum 63:67 die letzte Minute ein. Doch obwohl diese aufgrund der Auszeiten beider Trainer und Unterbrechungen ewig dauerte, lief den Baskets die Zeit davon. Bei den schnellen Abschlüssen scheiterten die beiden mit jeweils 20 Punkten besten Magdeburger Werfer, Eddie Johnson (der wie Andrew Gillette sein Saisondebüt bei den Baskets gab) und Chris Frazier, aus der Distanz.

Otto Baskets: Frazier 20 Punkte/1 Rebound, Stachula 2/0, Buck 4/11, Gillette 7/5, Orlando 2/1, Johnson 20/3, Monse 4/5, Ghebreigziabiher 6/1

Rostock Seawolves: Anzuluni 21/3, Hellmann 10/2, Vogt 9/3, Lopez Dittert 4/6, Crayton 6/5, Slavchev 10/2, Hakanowitz 3/4, Markert 0/2, Owczarek 7/2, Lange 0/0