Magdeburg l Andreas Rojewski, der sich mit dem SCM auf das Auswärtsspiel in Lemgo vorbereitet (Sonnabend/19 Uhr), erlebte in den zurückliegenden Tagen ein Wechselbad der Gefühle. Dem Jubel über die sich öffnende Tür zur polnischen Nationalmannschaft und damit zum großen Traum von Olympia folgte ein Dämpfer: Der Deutsche Handballbund, für den der Rückraumspieler des SC Magdeburg sechs Länderspiele bestritten hat, hatte angekündigt, den Wechsel des 29-jährigen, gebürtigen Polen prüfen zu wollen (Volksstimme berichtete).

Der deutsche Nationaltrainer der Polen, Michael Biegler (53), hat für die durch den DHB verursachte "Hängepartie" kein Verständnis. In der "Handballwoche" erklärte er dazu: "Andreas Rojewski hat beide Pässe zuhause liegen. Wir reden immer alle von der Globalisierung, und wenn es nun im Alltag einmal dazu kommt, denken wir wieder klein-klein? Das finde ich unangebracht."

Laut Reglement muss ein Nationalspieler die Staatsbürgerschaft des Landes besitzen, für das er spielen will und darf drei Jahre vor dem ersten Einsatz für keine andere Auswahl gespielt haben. Rojewski spielte zuletzt 2012 für Deutschland - allerdings in einem inoffiziellen Spiel. Für ihn selbst sind die Nebengeräusche hinter den Kulissen kein Thema: "Damit beschäftige ich mich nicht. Aus meiner Sicht sind alle Regeln eingehalten."

Und auch der DHB hat das Thema zu den Akten gelegt. Auf Volksstimme-Anfrage erklärte Generalsekretär Mark Schober gestern: "Wir wollten in keinster Weise den Zeigefinger heben, sondern haben das Ganze aus rein sportfachlicher Sicht geprüft. Von unserer Seite gibt es an dem Wechsel nichts zu beanstanden. Das Thema ist erledigt, und wir respektieren die Entscheidung von Herrn Rojewski, künftig für Polen zu starten."