Magdeburg l Nach den knappen Niederlagen in Folge in Gummersbach und daheim gegen Hamburg wollen sich van Olphen Co. in Lemgo mit dem Glück des Tüchtigen zurück in die Erfolgsspur kämpfen. Auch Trainer Geir Sveinsson weiß, ein Sieg muss her, um das zwischenzeitlich verrutschte Bild mit "voller Kapelle" wieder geradezurücken: "Wenn man oben bleiben will, braucht man die Punkte. Dass Lemgo nur vier Punkte hat, sagt eigentlich gar nichts, denn die Liga läuft komisch dieses Jahr, jeder kann jeden schlagen. Wir müssen uns auf uns selber konzentrieren. Das ist wichtig, wir brauchen den Sieg."

Voraussetzung sei nicht nur eine bessere Angriffsleistung. "Es geht um alles in unserem Spiel", so der Trainer. Um weniger technische Fehler, bessere Würfe, Ballgewinne, gute Konter und ein taktisch besseres Spiel. Zwar gesteht Sveinsson seinen Spielern bei 36 Spieltagen auch mal ein Leistungstief zu ("Es kann nicht jeder Spieler in jedem Spiel super drauf sein."), aber zuletzt gegen Hamburg "haben einfach zu viele Spieler nicht gut gespielt".

Steffen Stiebler hat eine Vorstellung davon, wie es beim generell personalgeschwächten TBV wieder aufwärts gehen könnte: "Wir müssen uns auf die eigenen Stärken besinnen, auf das, was gut ist, und wieder die Leistungen abrufen, die wir in dieser Saison teilweise schon geschafft haben."

Stiebler verteidigt Personalentscheidungen

In der gestrigen Pressekonferenz sah sich der Sportliche Leiter zudem erneut mit den nach wie vor kontrovers diskutierten Personalentscheidungen der jüngsten Vergangenheit (Vertragsverlängerung Fabian van Olphen/keine Verlängerung Bartosz Jurecki) konfrontiert. Auf die Frage, wie der Verein damit umgehe, erklärte Stiebler: "Ich denke, wir gehen damit sehr offen um. Dass dazu Gegenwind kommt, war uns klar, Sport ist eine sehr emotionale Sache. Aber stehen nach wie vor stehen zu den Entscheidungen."

Zur Begründung führte er an, dass es mit Blick in die Zukunft darum gehe, die Mannschaft nach vorn zu bringen und so zusammenzustellen, dass sie in zwei, drei Jahren dem Anspruch, der in Magdeburg immer sehr hoch sei, gerecht werden könne. "Verdiente Spieler weiter zu binden, gleichzeitig junge Spieler einzubauen und das Ergebnis muss auch stimmen" - das umzusetzen sei ein schwieriger Spagat, so Stiebler.

Mit Blick auf die Einbindung der Perspektivspieler gab Stiebler zu bedenken: "Wir versuchen Nachwuchsspieler einzubauen. Und in der Vorbereitung haben wir das auch geschafft. Aber jetzt ist Hauptgeschäft." Und da gehe es nun mal um Ergebnisorientierung. Und um die Frage: Wie spielt die erste Mannschaft? "Da bringt es uns nichts, vier, fünf Jugendliche einzusetzen und fünf Spiele zu verlieren? Wir müssen sehen, was das Beste für den Verein ist."

Das Beste für die eigene sportliche Entwicklung war für Tim Hornke, den SCM im Sommer zu verlassen. Der 24-jährige Rechtsaußen hatte in Magdeburg mit Dauerbrenner Robert Weber eine unüberwindbare Hürde vor sich, beim TBV Lemgo bekommt er nun die Spielpraxis, die er sich gewünscht hat: In sieben Spielen eingesetzt, erzielte er 33 Treffer.

Dass das Spiel heute mit gemischten Gefühlen verbunden sein wird, steht außer Frage: "Ich habe noch nie in meiner Karriere gegen einen Ex-Verein gespielt. Das ist schon etwas besonderes für mich. Mit einigen Gegenspielern habe ich vier Jahre zusammen gespielt und man kennt sich gut. Aber ich freue mich darauf", erklärte der Linkshänder "handball -world.com".

Allerdings plagen den TBV Sorgen. Denn während die Magdeburger auf den kompletten Kader zurückgreifen können, droht neben Benjamin Herth (Bauchmuskelverletzung) auch Arjan Haenen auszufallen. Trainer Niels Pfannenschmidt gibt sich dennoch kämpferisch: "Wir sind heiß, wollen raus und zeigen, dass wir es viel besser können als zuletzt."