Magdeburg l Der sportlichen Bankrotterklärung in der ersten Halbzeit folgte in der Pressekonferenz nach dem Spiel der verbale Offenbarungseid. Das Spiel seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten sei eine "Katastrophe" gewesen, befand Jens Härtel. "Verängstigt, mutlos, einfach furchtbar", beschrieb der Trainer das Spiel des selbst erklärten Meisterschaftsanwärters in den ersten 45 Minuten. Folgerichtig mussten gleich drei Mann in der Kabine bleiben - wobei es statt Steffen Puttkammer, René Lange und Christian Beck wohl fast jeden anderen Akteur hätte treffen können.

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge präsentierte sich der Gastgeber bei herrlichem Spätsommerwetter von der ersten Minute an verunsichert. Von Spielkultur war nichts zu sehen, stattdessen folgte ein langer Ball dem anderen. Die Außenbahnen wurden fast überhaupt nicht in das Spiel mit einbezogen. Und zahlreiche Fehlpässe im Aufbau machten es der TSG leicht. Lediglich bei einer Doppel-Chance für Marcel Schlosser (24., 25. Minute) war ein bisschen Torgefahr zu spüren.

Die Gäste, die vor dem Spiel erst zwei Siege eingefahren hatten, waren kaum besser, wurden aber nach krassen Abwehrfehlern zum Toreschießen eingeladen. Und nahmen dies dankend an. Nach Fehlpass von Lange im Strafraum schob Nikola Trkulja freistehend mit der Seite zum 0:1 ein (41.). Und in der Nachspielzeit kullerte ein Freistoß von René Pütt vorbei an Freund und Feind und Torwart Jan Glinker zum 0:2 (45.+2) ins Tor.

Nach der Pause war dem FCM etwas mehr Bemühen nicht abzusprechen, es fehlten aber die Mittel, um die Mecklenburger ernsthaft in Gefahr zu bringen. Zusätzlich erschwert wurde die geplante Aufholjagd nach dem Platzverweis gegen Christopher Handke nach wiederholtem Foulspiel (69.). Dass es trotzdem noch einmal spannend und auch hektisch wurde, war Lars Fuchs zu verdanken, der die einzige echte Chance zum 1:2 (85.) nutzte. Da im Gegenzug Trkulja das 1:3 vergab, hätte Fuchs fast sogar mit einem Freistoß in der Nachspielzeit das 2:2 erzielt - der Ausgleich wäre aber nach diesem Auftritt nicht verdient gewesen. "Wir haben taktisch klug gespielt und uns endlich mal belohnt", fasste Gästetrainer Torsten Gütschow zufrieden zusammen. Jens Härtel schaute dagegen konsterniert in die Runde: "Was will man nach dem Spiel noch viel sagen?", fragte er in die Runde und ließ dann seinem Frust freien Lauf.

FCM: Glinker - Hammann, Handke, Puttkammer (46. Kruschke), Schlosser, Brandt, Sowislo, Lange (46. Butzen), Bremer, Fuchs, Beck (46. Hebisch)
TSG: Strähle - Franke (47. Zeugner), Wunderlich, Weidlich (67. Adamyan), Schmunck, Yao (56. Schied), Pütt, Müller, Zolinski, Malinowski, Trkulja
Zuschauer: 5040. Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin). Tore: 0:1 Trkulja (41.), 0:2 Pütt (45.+2), 1:2 Fuchs (87.). Gelbe Karten: - / Strähle, Franke, Trkulja. Gelb-rote Karte: Handke (69.)