Lemgo l Traurige Premiere in der Handball-Bundesliga: Es lief die 57. Spielminute in der Partie zwischen dem gastgebenden TBV Lemgo und dem SC Magdeburg, als der Hallensprecher die "dringende Bitte der Polizei" übermittelte, die einheimischen Fans mögen "so lange sitzenbleiben, bis alle Magdeburger die Halle verlassen haben". Dies habe nicht direkt mit dem Spiel zu tun, sondern "dient der eigenen Sicherheit", hieß es. Diese zumindest für Handball-Verhältnisse doch ungewöhnliche Durchsage hinterließ viele fragende Gesichter.

Bei der Pressekonferenz brachte TBV-Geschäftsführer Christian Sprdlik Licht ins mysteriös anmutende Dunkel: "Es ist überraschend ein Bus aufgetaucht, wahrscheinlich mit Fußballfans, die offensichtlich nur gekommen waren, um zu randalieren. Vor der Halle wurden Böller gezündet, und im Foyer gab es Rangeleien. Unsere Sicherheitskräfte haben zusätzliche Polizei angefordert und die Situation war schnell unter Kontrolle."

Nach Volksstimme-Informationen wurden 28 Personen, die über den Online-Weg zu Tickets gekommen sein sollen, der Zutritt in die Halle verweigert und Platzverweise ausgesprochen. "Es gab weder Festnahmen noch sind die Personalien der gewaltbereiten Hooligans aufgenommen worden", hieß es aus der Polizei-Leitstelle in Lemgo.

Magdeburgs Sportchef Steffen Stiebler, der vor der Halle "einen Bus mit SLK-Kennzeichen (Salzlandkreis) sowie Fans mit FCM-Basecaps" erspäht hatte, erklärte: "Das sind jedenfalls nicht Fans, die uns sonst begleiten. Solche, die nur auf Krawall aus sind, können wir auch nicht gebrauchen."