Magdeburg l In Hildesheim ist der Jugendwahn ausgebrochen - mangels finanzieller Möglichkeiten. Die Eintracht hat im Sommer gestandene Spieler verloren, der Torhüter Dennis Klockmann wechselte nach Bad Schwartau, Michael Qvist wechselte zu DHfK Leipzig, Milan Weisbach, ehemaliger SCM-Youngster, wechselte nach Großwallstadt. Elf Akteure insgesamt verließen den Verein. Und Trainer Gerald Oberbeck wechselte die Jugend ein. Sie tut sich schwer in dieser Saison. Sie steht auf dem vorletzten Platz der 2. Bundesliga - mit drei Punkten aus neun Spielen.

Am heutigen Mittwoch gibt es keine Punkte, es gibt das Pokal-Duell des kleinen Hildesheim gegen den großen SC Magdeburg in der Sparkassen-Arena (19.30 Uhr). SCM-Trainer Geir Sveinsson hat trotzdem nichts an seinen Gewohnheiten geändert. Es gab auch vor dieser Partie ein ausführliches Videostudium: "Wir wissen Bescheid, was kommt", erklärte der 50-Jährige.

"Alle sind gesund", freute sich Sveinsson darüber, dass "unsere besten Spieler" in Hildesheim auflaufen werden. Wer von den Youngstern den dauerhaft freien 14. Platz auf dem Spielberichtsbogen einnehmen wird, wollte der Coach am Dienstagabend nach dem Training entscheiden. Es werden sicher nicht Tomasz und Maciej Gebala sein, die zum Lehrgang der polnischen B-Nationalmannschaft weilen. Es wird auch nicht der Rechtsaußen André Czech sein, der zuletzt an einer Bronchitis laborierte.

Sveinsson will bei der Eintracht mit Blick auf den kommenden Sonntag, wenn der Gegner in der Getec-Arena HSG Wetzlar heißt, noch nichts probieren: "Wetzlar ist erst ab Donnerstag ein Thema, wir konzentrieren uns ganz auf Hildesheim, wollen dort 60 Minuten Vollgas geben und weiterkommen", sagte der Isländer.

Dass er nach dem jüngsten 30:23-Erfolg beim TBV Lemgo eine Erleichterung in seinem Team gespürt hat - immerhin war dem Sieg eine schwache Leistung gegen HSV Hamburg (25:26) vorausgegangen -, wollte er nicht weiter ausführen. "Ich habe keine Ahnung, was draußen an Kritik läuft", gab Sveinsson zu Protokoll. "Aber wir merken natürlich, wann wir ein Spiel gewinnen müssen." Und stellte klar: "Unser Spiel in Lemgo war sehr gut, da wollen wir weitermachen." Steffen Stiebler, der Sportliche Leiter, ergänzte: "Auf der Leistung in Lemgo können wir uns nicht ausruhen. Unser Spiel in Abwehr und Angriff ist kein Selbstläufer. Für uns geht es in Hildesheim darum, Sicherheit zu bekommen."