Magdeburg l Schicksalsspiel für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg und seinen erst seit knapp vier Monaten im Amt befindlichen Trainer Jens Härtel. Sollten die zuletzt mit vier Niederlagen arg gebeutelten Elbestädter am heutigen Sonnabend bei Aufsteiger Budissa Bautzen (Anstoß 13.30 Uhr) erneut leer ausgehen, dürfte es vier Tage vor dem DFB-Pokal-Knüller gegen Bundesligist Bayer Leverkusen (Mittwoch, 19 Uhr, MDCC-Arena) für den FCM-Coach recht "eng" werden.

Der Betroffene selbst weist jeden Gedanken an ein Schicksalsspiel weit von sich: "Ich kann mich nicht mit negativen Dingen beschäftigen", sagt der 45-Jährige, "denn wenn man Angst hat, überträgt sich das auf die Mannschaft." Er sei sich des "großen Drucks" selbstverständlich bewusst und lässt dann angesichts der ausbleibenden Erfolge des FCM schließlich doch einen winzigkleinen Blick in sein "Innerstes" zu: "Es ist für mich und für alle eine schwierige Situation." Und auf die möglichen Folgen einer erneuten Niederlage seines Teams in Bautzen direkt angesprochen, sagt er: "Wenn es so kommt, dann kommt es so. Ich werde es nicht ändern können."

Damit es nicht zum schlimmsten aller Fälle kommt, hat Härtel die Elf wieder mit der gewohnten Akribie vorbereitet. Das gestern für 13.30 Uhr angesetzte Training begann bereits eine Stunde früher. Nach dem Duschen nahm die Mannschaft im Stadion das Mittagessen ein, und dann rollte der Mannschaftsbus Richtung Ostsachsen. Dort wird heute nach dem Frühstück und vor der Mannschaftssitzung noch einmal kurz "angeschwitzt".

Dass Bautzens Trainer Thomas Hentschel den FCM auf den Favoritenschild hebt ("Ich glaube fest daran, dass wir eine berechtigte Chance haben, gegen Magdeburg mitzuhalten"), ringt Härtel nur ein müdes Lächeln ab: "Das ist für einen Trainer natürlich das Einfachste. Ich hätte das ebenso gemacht."

Dem sechs Ränge vor dem FCM platzierten Aufsteiger bescheinigt Härtel: "Sie haben eine gewisse Stabilität, die wir zurzeit nicht haben."

Für die Partie auf der Bautzener Müllerwiese, zu der sich auch rund 400 FCM-Fans angesagt haben, tun sich für den Coach nach wochenlangen Verletzungsausfällen und angesichts der schwachen Vorstellung zuletzt gegen Neustrelitz einige personelle Alternativen auf. So ist damit zu rechnen, dass Innenverteidiger Felix Schiller (seit fast drei Wochen wieder im Training) in der Startelf steht, ebenso wie Silvio Bankert. Der zweite Innenverteidiger trainierte nach seinem Nasenbeinbruch zuletzt ohne Karbonmaske. Erneut krankgemeldet hat sich indes Christopher Reinhard mit einer Magen-Darm-Grippe.