Magdeburg l Aus Sicht von SCM-Trainer Geir Sveinsson ist es "ganz wichtig zu gewinnen", damit seine Mannschaft mit einem Erfolgserlebnis aus der englischen Woche herausgehen kann. "Wir haben noch einmal Video und zwei Trainingseinheiten, um uns auf Wetzlar vorzubereiten." Danach zerfalle sein Kader quasi in Einzelteile, viel individuelles Training sei dann angesagt, "und dann, wenn alle wieder da sind, bleiben uns wieder nur zwei Tage, um uns gemeinsam auf das Auswärtsspiel in Kiel vorzubereiten. Aber so ist das."

Doch das Spitzenspiel gegen den Rekordmeister ist noch weit weg, das Hauptaugenmerk gilt zunächst der HSG Wetzlar - einer "starken Mannschaft mit ganz guten und erfahrenen Spielern", wie der isländische Coach ausgemacht hat. Allerdings haftet dem Gegner ein Makel an, der auch den Magdeburgern nicht fremd sein dürfte: Inkonstanz. Sveinsson: "Wetzlar spielt mal gut und mal schlecht - wir bereiten uns aber auf einen starken Gegner vor und wollen die Punkte holen."

SC Magdeburg muss mehr Konstanz bringen

Dass die HSG, die unter der Woche ihr Pokalspiel in Erlangen mit 23:26 verloren hat, nicht gerade zu den Lieblingsgegnern von van Olphen Co. gehört (von den letzten fünf Spielen gegeneinander konnte der SCM nur eines gewinnen), liegt zumindest in der Erinnerung von Steffen Stiebler "an der Spielanlage der HSG". Vor allem "auswärts gab es wenig für uns zu holen, weil es uns nicht gelungen war, eine kompakte, aggressive Deckung zu entwickeln."

Auch der Sportchef nahm bei der Pressekonferenz am Freitag das ständige Auf und Ab beim SCM noch einmal aufs Korn: "Wir müssen versuchen, Konstanz in die Leistung reinzubringen und unsere Fehler zu minimieren." Wichtigster stabilisierender Baustein sei eine gefestigte Deckung. "Die war bei den beiden Siegen zuletzt schon unser Prunkstück", so Stiebler, der zudem am Sonntag auf den "achten Mann" baut: "5100 Karten sind bis jetzt verkauft, wir hoffen, dass noch ein paar mehr am Sonntag den Weg in die Halle finden."

HSG Wetzlar fehlen vier Spieler

Dass HSG-Coach Kai Wandschneider neidvoll auf seinen Magdeburger Kollegen schaut, hat vor allem mit dessen komfortabler Personalsituation zu tun. Denn während beim SCM alle 13 Mann an Bord sind, wird Wetzlar voraussichtlich "ohne vier" auflaufen müssen: Neben den langzeitverletzten Maximilian Holst (Kreuzbandriss) und Evars Klesniks (Bänderriss im Fuß) drohen auch Florian Laudt (Schambeinentzündung) und Kristian Bliznac (Infekt) auszufallen.

Dennoch macht gerade ein Magdeburger Beispiel Wandschneider Mut: "Der SCM hat in der vergangenen Saison in einer ähnlichen Situation Kiel zu Hause geschlagen. Also, alles ist möglich. Wenn wir alles geben und in jeder Situation fokussiert und hungrig sind, dann haben wir trotz unserer Ausfälle eine Chance."