Magdeburg l Am Vortag hatten sich Mannschaft und Trainer mit dem traditionellen Schlachtefest bei Sponsor Bodmar Reichert (Wiedemann GmbH) eingeschworen. Der Gastgeber war überzeugt: "Die Jungs gewinnen das Spiel. Ich tippe 32:26!"

Gut 24 Stunden nach dem deftigen Schmaus wurde auch die HSG Wetzlar vom SCM "vernascht". Den ersten Gang legten die Magdeburger bereits nach dem 5:5 ein (11. Minute). Konsequent sowohl in der nun hervorragend stehenden 6:0-Deckung, die in ihrer Beweglichkeit und Kompaktheit die Gäste immer wieder zu Fehlern provozierte, als auch im Angriff, drückten die Gastgeber dem Spiel nun den Stempel auf. Matthias Musche vollendet einen 5:0-Lauf zur Fünf-Tore-Führung (15.).

Die Wetzlarer taten sich im Angriff schwer, Lücken zu finden und luden die Magdeburger so immer wieder zu leichten Toren per Tempogegenstoß ein. Die Chancen wurden nahezu fehlerfrei genutzt: So auch, als Robert Weber eine erstklassige Vorlage von Espen Lie Hansen sicher zum 13:7 verwandelte (21.). Szenenapplaus und lautstarke Anfeuerungsrufe gab es zudem mehrfach für Publikumsliebling Bartosz Jurecki, der am Kreis gekonnt Siebenmeter herausholte oder sicher einnetzte (14:9/25.). Li Hansen sorgte wenig später beim 16:9 für die erste Sieben-Tore-Führung des SCM (28.).

Dieser Vorsprung konnte bis zur 36. Minute verteidigt werden - Kapitän Fabian van Olphen erzielte dabei zwei wichtige Tore in Unterzahl. Doch danach schlichen sich bei den Magdeburgern Schwächen im Abschluss ein, so dass Nationalspieler Steffen Fäth mit seinem vierten Treffer auf 17:21 für die HSG verkürzen konnte (40.).

Dennoch gelang es dem SCM schnell, den Spielfaden wieder aufzunehmen. Bereits beim 25:18 durch Michael Haaß (45.) war klar, dass die Hausherren an diesem Abend nichts mehr anbrennen lassen werden. Auch die Fans feierten ihren "Super-SC Magdeburg", obwohl der Club hintenheraus nur noch das Nötigste zu tun brauchte, um das Ergebnis sicher zu verwalten. So "fraß" man am Ende gegen die bis zum bitteren Ende kämpfenden Gäste noch ein paar unnötige Tore.

SCM-Trainer Geir Sveinsson meinte nach dem Abpfiff: "Bis zum 28:21 haben wir das alles gut gemacht, doch was in den letzten zehn Minuten passierte, damit bin ich gar nicht zufrieden. Aber wichtig sind am Ende die zwei Punkte."

SCM: Green, Quenstedt - Weber 8/3, Bezjak 3, Haaß 1, Lie Hansen 2, Jurecki 4, Bagerstedt, van Olphen 5, Rojewski 5/1, Natek 4, Grafenhorst, Musche 1

Wetzlar: Hombrados, Wolff - Pieto, Tiedtke 3, Rompf 1, Weber 2, Müller, Tönnesen 2, Fäth 9, Kraft, Hahn, Harmandic 4, Joli 6/2, Balic 3

Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff. Zuschauer: 6192. Siebenmeter: SCM 6/4; Wetzlar 2/2. Zeitstrafen: SCM 1; Wetzlar 3