Halberstadt l "Ein Spiel mit zwei Gesichtern." So haben die Verantwortlichen des VfB Germania Halberstadt die Auswärtspartie beim VFC Plauen am vergangenen Freitag (0:0) zusammengefasst. Grund: Die Vorharzer zeigten zwei grundauf verschiedene Halbzeiten.

Auch VfB-Kapitän Philip Schubert konnte das Lob für Durchgang eins und die Kritik der zweiten 45 Minuten nachvollziehen. "Zunächst sind wir gut in die Partie gekommen und haben ein ordentliches Spiel abgeliefert. Es gab hochkarätige Chancen, von der mindestens eine zur Führung reichen muss. Nach dem Wiederanpfiff haben wir den Faden verloren. Zumindest kämpferisch kann man uns aber keinen Vorwurf machen, fußballerisch schon. Die meisten Bälle sind nicht mehr angekommen. Am Ende müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein."

"Plauen hat in der zweiten Halbzeit offensiver gespielt, wollte mit aller Macht den ersten Heimsieg", suchte der 26-Jährige nach möglichen Gründen. "Wir haben einige Standards gegen uns bekommen. Mangelnde Einstellung lasse ich jedenfalls nicht gelten. Alle sind gerannt bis zum Schluss. Eine plausible Erklärung, warum es solch Leistungsunterschied gab, habe ich nicht parat."

Will man die aktuelle Form des VfB Germania beschreiben, fischt man im Trüben. Nach der beeindruckenden Siegesserie folgte eine schwache Vorstellung gegen Babelsberg (0:2) und nun das zaghafte 0:0 in Plauen. Eine klare Tendenz sieht anders aus. Schubert nennt die fehlende Kontinutät als mögliche Ursache. "Generell betrachtet, haben wir uns mannschaftlich weiterentwickelt. Leistungen wie gegen Union Berlin II (3:0/d.Red.) oder Auerbach (2:0/d.Red.) können wir allerdings offenbar nicht regelmäßig abrufen. Es hapert an der Beständigkeit. Die große Kunst ist es, konsequent ein hohes Leistungsniveau abzurufen."

Nach einem 45-minütigen Waldlauf durch die Spiegelsberge am Sonnabend und dem trainingsfreien Sonntag steht der Germania eine lange und intensive Woche (u. a. mit Benefizspiel am Mittwoch in Wedderstedt) bevor. Schubert richtete den Blick auf das Heimspiel gegen Schlusslicht ZFC Meuselwitz am kommenden Sonntag. "Es stehen wichtige Wochen an, ein Sieg gegen Meuselwitz ist fast schon Pflicht, ein Selbstläufer wird es aber nicht. Danach folgen zwei Topteams, gegen die man im Grunde nichts zu verlieren hat."