Magdeburg l Am heutigen Montagmorgen um 6 Uhr wollte Franziska Hentke Frankfurt/Main erreichen, um 10.40 Uhr wurde die Landung ihres Anschlussfliegers in Leipzig erwartet. Der "Schmetterling" des SC Magdeburg war deshalb im Stress am Sonntagabend (Ortszeit) in Singapur. Zwischen den Rennen und dem Abflug in Richtung Heimat mussten so viele Dinge erledigt werden. Unter anderem waren da zwei Medaillen zu verstauen, die sie bei den Kurzbahn-Weltcups auf ihrer Asientour gesammelt hat - Bronze am vergangenen Mittwoch in Tokio (Japan), Silber gestern in Singapur, jeweils über 200 Meter Schmetterling.

Ihr Gesamtresümee zur Tour, die in Peking begonnen hatte, fiel deshalb positiv aus: "Nach dem holprigen Start in Peking lief es eigentlich immer besser, so dass ich insgesamt zufrieden bin. Es waren Rennen, auf die sich aufbauen lässt." Als nächstes stehen die deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal (19. bis 22. November) für die 25-Jährige an. Dort werden die Tickets für die Weltmeisterschaften im Dezember in Doha (Katar) vergeben.

Zum Abschluss in Singapur holperte es allenfalls noch über die 400 Meter Lagen. Nach zwei siebten Plätzen über 100 Meter Schmetterling (59,70 Sekunden) und 200 Meter Lagen (2:12,56 Minuten) am Sonnabend eröffnete sie den gestrigen Wettkampftag mit 4:40,87 Minuten und Rang acht. "Das war grundsätzlich in Ordnung, ich wäre nur gern ein bisschen schneller geschwommen", erklärte sie.

Vielleicht hatte sie sich auch ein wenig Kraft für ihre Paradedistanz gelassen, denn das Finale danach über die 200 Meter Schmetterling war ein furioser Auftritt, in den Hentke all ihre verbliebene Kraft steckte. Nach 100 Metern war sie Vierte, nach 150 Metern bereits Zweite mit Tuchfühlung zur Führenden Mireia Belmonte aus Spanien: "Dass ich so lange an Mireia drangeblieben war, hatte mich unheimlich motiviert. Erst bei der letzten Wende ist sie mir weggeschwommen", berichtete Hentke über ihre Eindrücke vom Rennen: "Aber dass ich eine Medaille gewonnen habe, das habe ich erst beim Anschlag gewusst." Belmonte gewann letztlich in 2:04,57 Minuten vor der Magdeburgerin (2:05,84) und Katinka Hosszu (Ungarn/2:07,26).

Neben Hentke sammelten Steffen Deibler (Hamburg/3) und Christian Diener (Potsdam) vier weitere Silbermedaillen für den Deutschen Schwimmverband (DSV) in Singapur. Paul Biedermann (Halle) holte zudem Bronze über 400 Meter Freistil.