Magdeburg l Urkunden, Pokale, Medaillen, sogar Orden sind darunter: Dass die Sammlungen es wert sind, an einem zentralen Standort archiviert zu werden und dass sie sogar ein Museum füllen könnten, darüber herrscht Einigkeit bei den handelnden Akteuren. Einzig: Es fehlt das Geld für ein Sportmuseum in Magdeburg, gab die Stadt jetzt in einer Information für den Stadtrat bekannt.

"Zurzeit fehlen die Mittel", sagt Jens Krüger, Leiter des zuständigen Schulverwaltungsamtes. "Ziel bleibt es aber, ein Sportmuseum einzurichten."

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat das Rathaus per Beschluss beauftragt zu prüfen, ob sich die Sportstadt Magdeburg ein Sportmuseum leisten kann. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Der Landessportbund und der Stadtsportbund hatten im Laufe der vergangenen Jahrzehnte alles aufgehoben, was sportgeschichtlich für Magdeburg und das Land von Bedeutung ist. Dabei sind zwei umfängliche Archive zusammengekommen. Der Stadtsportbund hat seine Schätze in der Hermann-Gieseler-Halle eingelagert, der Landessportbund hatte in seiner Geschäftsstelle in der Thietmarstraße 2006 unter dem Dach sogar ein kleines Museum eingerichtet. Als der Landessportbund seine Magdeburger Geschäftsstelle aufgelöst hat, stand die Frage im Raum: Was soll mit dem kleinen Museum und dem Archiv passieren? Schnell war der Gedanke eines Sportmuseums für die Sportstadt Magdeburg geboren. Allerdings ist ein Museum eine kostspielige Angelegenheit. Modern sollte es sein, die Exponate ansprechend präsentiert werden und "natürlich auch mit ausreichend Personal ausgestattet sein", sagt Jens Krüger. Und das könne die Stadt im Augenblick nicht finanzieren. Was man machen könne, sei eine professionelle Unterstützung in Sachen Aufbewahrung zu geben, was vom Stadtarchiv und vom Kulturhistorischen Museum übernommen werde. Auch habe das Museum zugesagt, bei Ausstellungen, wenn es sich anbiete, auf die beiden Sportarchive zurückzugreifen, um der Öffentlichkeit interessante Dinge daraus zu präsentieren.

Bis zum "Magdeburger Sportmuseum" müssen also die beiden Sportarchive "überwintern". Das meistens aus Unterlagen bestehende Archiv des Stadtsportbundes liegt in der Gieselerhalle gut in Kisten verpackt und wird regelmäßig von ehrenamtlichen Helfern betreut. Dem Landessportbund hat die Stadt Räume in den Katakomben im Heinrich-Germer-Stadion zur Verfügung gestellt. Wie Sportbund-Pressesprecher Frank Löper gestern sagte, hat der Landessportbund sein Archiv aber beim MSV 90 in der Bodestraße "zwischengelagert".