Elbingerode l In der extrem defensiv geprägten Partie sorgte Kevin Weber mit sechs Punkten in Folge für die erste Bewegung auf der Anzeigetafel. Schnell wurde klar, dass sich in diesem Spiel nichts geschenkt wird. Die Berliner punkteten anfangs mit zu einfachen Schnellangriffen, was Gästecoach Christian Schäfer zum Kochen brachte. Das Viertel ging dennoch knapp mit 15:13 an die Blau-Weißen.

Im zweiten Viertel fanden die Oberharzer überhaupt nicht ins Spiel. Schnell lagen die Hauptstädter mit neun Punkten vorn. Charakter hatten die Bodfeld Baskets schon oft bewiesen, doch auswärts mit einem schwarzen Tag von Außen - dies musste erst einmal kompensiert werden. Noch fünf Minuten waren bis zur Pause zu spielen, als die Oberharzer begannen, mit ihren Guards über das komplette Spielfeld Druck aufzubauen. Vor allem Talent Richard Wache stellte die Berliner Offensive in dieser Phase vor extreme Probleme im Ballvortrag. Das Resultat der guten Teamdefense waren Ballverluste und Schnellangriffe, die Zählbares auf der Punktetafel brachten. Kapitän Robert Sturcel brachte die Harzer mit einem Dreier und verwandeltem Bonusfreiwurf wieder an die Führung, die bis zur Pause auf 46:38 ausgebaut wurde.

Im dritten Viertel wurde fast ausschließlich an den Brettern gepunktet. Candido Matoso (16 Punkte) und Kevin Weber (15) dominierten unter dem gegnerischen Korb. In der Verteidigung gestatteten die Bodfeld Baskets den Berlinern aufgrund schlechter Rebound-Zuteilung zu oft zweite oder dritte Wurfchancen, dennoch wurden keine einfachen Körbe zugelassen. Eine Schrecksekunde folgte nach 25 Minuten, als Robert Sturcel an einem Ballscreen hängen blieb, sich erneut das Knie verdrehte und vom Platz getragen werden musste. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Dennoch versuchten die Baskets das Spiel sicher zu Ende zu bringen, vor dem letzten Abschnitt führten sie 62:49.

Geschockt vom erneuten Ausfall ihres Kapitäns, fiel den Oberharzer in der Offensive nicht mehr viel ein. Die im Kollektiv starke Defensivleistung hielt hingegen an und so geriet der Sieg in einem schwachen letzten Viertel nicht mehr in Gefahr. Mit einem 77:64-Erfolg wurde der Vorsprung auf den Mitkonkurrenten ausgebaut und der Spitzenplatz gefestigt.

Als einziges ungeschlagenes Team der Liga ewarten die Bodfeld Baskets am kommenden Sonnabend den USV Halle zum Spitzenspiel. Da die "Rhinos" ihre Partie gegen Empor Berlin ebenfalls gewannen, kommt es in der Bodfeld-Halle erneut zum Duell zwischen dem Spitzenreiter und Tabellendritten.

Trotz des positiven Trends fand Coach Schäfer fast nur mahnende Worte: "In den nächsten fünf Spielen treffen wir viermal auf Teams der oberen Tabellenhälfte, darunter mit Tiergarten Berlin, USV Halle und dem USV Potsdam auf direkte Verfolger. Natürlich ist das im Moment toll mit der Spitzenposition, aber unser Fokus liegt immer nur auf dem nächsten Spiel. Mit dem USV Halle haben wir diese Woche einen extrem ausgeglichenen und gleichzeitig erfahrenen Gegner zu Gast in unserem Hexenkessel. Und in einem Derby kann alles passieren." Ein Lob zollte der Coach Marko Primorac. "Er taucht zwar kaum auf dem Statistikbogen auf, hat aber unser Offensivspiel heute in die richtigen Bahnen gelenkt und mit gefühlten 15 Assists das Team angeführt", so Schäfer.

Bodfeld Baskets
: Addo (6), Nivar (7), Harvey (9), Jakstas (12), Matoso (16), Primorac (2), Sturcel (7), Wache (3), Weber (15).