Stuttgart (jb) l So einen spektakulären Boxkampf wie den Samstagnacht in Stuttgart zwischen dem Magdeburger Robert Stieglitz und dem Kölner Felix Sturm hat Deutschland schon lange nicht mehr gesehen: In einem an bis zur allerletzten Sekunde der 12. Runde hochspannenden und boxerisch wie kämpferisch ersklassigen Duell der beiden Ex-Weltmeister, die sich vor den Augen von 6500 restlos begeisterten Zuschauern ausverkauften Porsche-Arena nichts schenketen, trafen die Punktrichter am Ende ein salomonisches Urteil - Remis. Einer hatte Sturm mit 115:113 vorn gesehen, einer Stieglitz mit 115:113 und ein Punktrichter wertete 114:114.

Und weil der Kampf im sogemannten Catch-Weight von 75,5 Kilogramm stattfand, vielleicht wirklich keinen Verlierer verdient hatte, wurde das Unentschieden von beiden Lagen wenig später akzeptiert. "Ich kann sehr gut mit dem Urteil leben, das war ein gutes, ein faires Kampfgericht", erklärte SES-Trainer Dirk Dzemski.

Und sofort wurde der Ruf nach einem Rückkampf laut - diesmal allerdings völlig zurecht. "Das war ein toller Kampf, solche Duelle braucht Deutschland, und ich hoffe auf einen zweiten Kampf", sagte Sturm noch im Ring. Und auch SES-Promoter Ulf Steinforth, der der Volksstimme verriet, bereits in den Vorverhandlungen einen Rückkampf vereinbart zu haben, sagte: "Das war einzigartig, Wahnsinn. Wann sieht man so einen Kampf! Das schreit förmlich nach einem Rematch."