Halberstadt l VfB-Trainer Achim Hollerieth startete mit einigen Änderungen. Taktisch gab es eine Dreierkette mit Fünfermittelfeld. In vorderster Spitze bekamen nach längerer Auszeit Max Worbs und Christopher Kullmann das Vertrauen. Arbnor Dervishaj und Ivan Ristovs-ki fielen dieser Variante zum Opfer. "Wir wollten mehr Druck ausüben", begründete Hollerieth die Umstellung, "Christopher Kullmann sollte mit seinem Körper Bälle halten, aber so weit sind wir gar nicht gekommen."

In der Tat: Kullmann fand keine Bindung zum Spiel, wurde nach 45 Minuten ausgewechselt. Trotz anfänglicher positiver Eindrücke schafft es Germania nicht, den Ball in die Tiefe zu spielen. Nach zwei, drei Zuspielen war das Leder wieder verloren. "Es hat die Bewegung gefehlt", analysierte der Cheftrainer. "Ballannahme und -mitnahme funktionierten nicht. Wenn solch einfachste Dinge nicht klappen, kannst du nicht gewinnen", so ein enttäuschter Hollerieth, der das Gesehene "ein, zwei Tage sacken lassen" will. Kurzum: Das "Taktik-Experiment" ging schief.

Dabei hatte der Gastgeber auch Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Ein Teixeira-Freistoß ging über das ZFC-Tor (6.), beim Kopfball von Kevin Nennhuber musste sich Gästekeeper Norman Teichmann mächtig strecken (11.), und nach dem Pfostenknaller Florian Beils ging ein großes Raunen durchs Friedensstadion (19.). Schon in dieser Phase hatte Halberstadt ein klares Ecken- und Standardplus. Kapital konnte man daraus nicht schlagen. "Wenn ein Spiel nicht so läuft wie gewünscht, kann man über die Standards kommen", blickte der sportliche Leiter Stephan Grabinski zurück, "wir haben kopfballstarke Leute, aber selbst dieses Mittel hat nicht gefruchtet".

Als die Thüringer nach 35 Minuten nach einem Konter durch Benjamin Boltze auch noch in Führung gingen, war es wie so oft beim VfB auch mit dem Selbstvertrauen vorbei. Stattdessen mischten sich Verunsicherung, Ängstlichkeit und Ideenlosigkeit in den Aufbau.

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser, jetzt hatten die Gäste mehrfach per Konter die Chance zum zweiten Treffer. Der fiel symptomatisch per Konter. Carsten Sträßer marschierte völlig allein gelassen in Richtung Strafraum, legte dann quer und in den Rücken der VfB-Defensive, wo Sebastian Latowski problemlos zum 0:2 einschob.

Halberstadt: P. Nagel - Schlitte, Nennhuber, Schubert, Meier, Labisch, Beil, Teixeira, Worbs (64. Fraus), J. Nagel, Kullmann (46. Ristovski)

Meuselwitz: Teichmann - Lubsch (66. Latowski), Sträßer, Müller, Kotowski, Luck, Weinert, Starke, Albert (86. Kuhlmey), Boltze, RudolphSchiedsrichter: Stolz (Pritzwalk). Zuschauer: 537. Tore: 0:1 Boltze (34.), 0:2 Latowski (83.). Gelb: Labisch, Teixeira, Beil / Rudolph, Luck