Magdeburg l Dieses Bild der Umarmung, der gemeinsame Jubel mit den Fans, der Frohsinn, den beide erst auf der Platte und dann nach der Schlusssirene verbreitet haben, beschrieb die ganze Geschichte dieses Sieges: "Wir hatten einen unglaublichen Zusammenhalt, jeder hat mit seiner Leistung in allen Mannschaftsteilen zum Sieg beigetragen", erklärte Matthias Musche vom SCM am Tag nach dem 37:33 (14:12) vor 5578 Zuschauern in der Getec-Arena. Der 22-Jährige selbst zum Beispiel mit drei Toren, Yves Grafenhorst (30) zum Beispiel mit vier Treffern.

Die beiden Linksaußen haben gemeinsam nie mehr und nur einmal genauso viele Tore in dieser Saison erzielt: bei der 22:34-Niederlage am vergangenen Mittwoch in Kiel nämlich. Deshalb kann Musche für sich persönlich und seine Position feststellen: "Zurzeit läuft es richtig gut, so kann es weitergehen." Am besten gleich am kommenden Sonnabend bei TuS N-Lübbecke (Anwurf: 15 Uhr).

Diese Kiel-Pleite hatte weder Musche noch Grafenhorst im Sinn, als am Sonntag der Anpfiff ertönte. "Wir spielen ja alle drei Tage, da kann man nicht mehr darüber nachdenken, was im letzten Spiel passiert ist", so Musche. Im letzten Spiel vor Melsungen ist zum Beispiel ein Musche passiert, der gegen THW-Keeper Johan Sjöstrand dreimal traf, mal setzte er den Ball am Bein, mal am Kopf vorbei. Irgendwie immer frech, vor allem immer anders. Und genauso erging es Mikael Appelgren von der MT, laut Bundesliga-Statistik bester Torwart zurzeit mit 13,1 Paraden pro Spiel.

Dabei ist Musche auch nicht erst seit einer Woche Profi und Teil des SCM-Teams, seine Leichtigkeit ist ihm trotzdem nie abgegangen: "Wenn das von außen so wirkt, freue ich mich. Ich versuche nur, mein Spiel durchzuziehen", sagte er. Mit Wurfvarianten, die er mal im Training probiert, "und die ich im Spiel versuche umzusetzen".

Eher schwierig war es geworden, nach der Roten Karte gegen Jacob Bagersted in der elften Minute gegen Melsungen die Abwehrarbeit auf hohem Niveau umzusetzen. SCM-Trainer Geir Sveinsson hatte seine Kritik an der defensiven Leistung nach dem Abpfiff auch so erklärt: "Wer 33 Tore auswärts erzielt, der kann solch ein Spiel auch gewinnen." Matthias Musche, der neben dem Profigeschäft noch Sportwissenschaften an der Guericke-Uni studiert, hat das letztlich so empfunden: "Nach der Hinausstellung war das Publikum aufgeheizt, es kam viel Druck von den Rängen, es herrschte eine super Stimmung. Aber natürlich haben wir noch Steigerungspotenzial, diesmal waren wir einfach im Angriff überragend." Auf Linksaußen sowieso.