Magdeburg l Würde die Kategorie "Klassiker" für häufige Duelle im Fußball-Landespokal eingeführt, wäre das Aufeinandertreffen des 1. FC Magdeburg mit Union Sandersdorf dafür beredtes Beispiel. Wenn nämlich beide Vereine am heutigen Freitag (Anstoß 19 Uhr) im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum aufeinandertreffen, ist das bereits der vierte Vergleich innerhalb von sechs Jahren. Stets zog der FCM in die folgende Pokalrunde ein (5:0, 3:0, 5:1). Das letzte Aufeinandertreffen des Ober- mit dem Regionalligisten datiert vom 9. April 2014.

Kein Wunder also, dass am Nordufer des Landschaftssees Köckern alles andere als pure Vorfreude auf den heutigen Viertelfinal-Pokalknüller herrscht. Dennoch steigt die Spannung auch bei den Unionern. Deren Co-Trainer Michael Stelzl hatte im Vorfeld des Spiels an die bemerkenswerten Auftritte des FCM im DFB-Pokal gegen die Bundesligisten FC Augsburg und Bayer Leverkusen erinnert: "Da sieht man, was passieren kann, und genau so haben wir es unseren Jungs vor Augen gehalten." Sandersdorfs Trainer Mike Sadlo, der anders als FCM-Coach Jens Härtel den heutigen Gegner noch aus dem letzten Vergleich kennt, sagte trotz des derzeitigen 14. Platzes seiner Elf: "Wir wollen uns gegen den FCM gut verkaufen. Liga und Pokal haben nichts miteinander zu tun."

Härtels akribische Spielvorbereitungen ("Ein unangenehmer Gegner, der daheim unter Flutlicht immer gut aussieht") beinhalteten eine Videoanalyse sowie "mehrere Spielbeobachtungen" mit dem Ergebnis: "Wir müssen schon alles dransetzen, damit wir ins Halbfinale einziehen." Immerhin haben in dieser Saison Regionalliga-Absteiger Lok Leipzig (1:3) und Carl Zeiss Jena II (0:3) als klare Verlierer das Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum verlassen - beide Male nach Flutlichtspielen. Nicht von ungefähr trainierte der FCM gestern ab 16 Uhr unter Flutlicht.