Wuppertal l Wenn es nicht so normal wäre, hätte Franziska Hentke vom SC Magdeburg sicher freudvoller gelächelt über ihren Sieg. Aber so bedurfte es zu ihrem 13. deutschen Meistertitel - dem sechsten auf der Kurzbahn - nur eines kurzen, sachlichen Resümees: "Mein Ziel war die WM, das habe ich geschafft. Deshalb bin ich zufrieden." In 2:05,32 Minuten (Saisonbestzeit) "schmetterte" Hentke am Freitag in Wuppertal der Konkurrenz davon über die 200 Meter. Ihre Teamgefährtin Paula Beyer erreichte in 2:13,96 Minuten den siebten Platz.

Hentkes Titel war der Höhepunkt eines erfolgreichen dritten Tages für den SC Magdeburg in der Schwimmoper, an dem vor allem Laura Kelsch ihr Lächeln wiederfand. Die 15-Jährige war tags zuvor sehr enttäuscht, dass sie ihre Bestzeit beim 13. Platz über 100 Meter Brust verpasst hatte, dafür war die Freude nach Rang fünf über die halbe Distanz umso größer, wie sie mit einem kräftigen "Ja" bestätigte. Beim Sieg von Vanessa Grimberg (Stuttgart/31,02) schaffte die 15-Jährige mit 31,88 Sekunden eine neue Bestzeit. "Der Start war ein wenig hastig, aber die Rückbahn war super", freute sich SCM-Coach Bernd Berkhahn. Bestzeiten erzielte auch Florian Wellbrock über 200 Meter Schmetterling (13./2:01,68) und 1500 Meter Freistil (15:15,18). Er blieb im dritten der langsamen Zeitläufe damit 20 Sekunden unter seiner bisherigen Bestmarke. In der Gesamtwertung aller Rennen bedeutete dies Rang sieben. "Das war herausragend", schwärmte Trainer Berkhahn über den kontinuierlich schnellen Lauf seines 17-jährigen Neuzugangs aus Bremen. "Dabei ist er im Training immer der Schwächere der Vier."

Die drei anderen starteten allesamt im schnellsten Zeitlauf: Poul Zellmann erreichte in 15:06,84 Minuten den fünften, Rob Muffels in 15:13,88 den sechsten und Marcus Herwig in 15:19,68 Minuten (Bestzeit) den neunten Platz. Den Titel und die WM-Norm schnappte sich der Münchner Florian Vogel, der mit 14:38,00 Minuten die fünftschnellste Zeit in der Welt und auf der Kurzbahn seit Erfindung der Stoppuhr erzielte. Berkhahn war mit allen seinen Schützlingen zufrieden. "Wir haben zuletzt vor allem an Speed und Kraft gearbeitet, die Muskulatur hat sich auf Langstrecke noch nicht eingestellt", erklärte er.

Und am Ende des Tages war er auch ein zweites Mal zufrieden - mit Franziska Hentke. Nach praktisch wendenlosem Vorlauf über 200 Meter Lagen steigerte sie sich im Finale erheblich und belegte in 2:11,90 Minuten den vierten Platz beim Sieg von Alexandra Wenk (München/2:10,50). "Meine Beine waren total platt", sagte sie zwar. "Aber es war die zweitschnellste Zeit, die ich jemals geschwommen bin."

Inzwischen haben 21 Athleten des Deutschen Schwimmverbandes die WM-Norm geknackt. Und vielleicht kommt für Hentke heute ein weiterer Start hinzu: "Ich versuche, mich auch über 100 Meter Schmetterling zu qualifizieren, aber einfach wird das scherlich nicht."

Weitere SCM-Ergebnisse am Freitag:

Frauen, 50 m Rücken: 25. Julia Thiemann 30,07 - 200 m Lagen: 24. Daria Berestov 2:22,52 min.