Magdeburg l Sechs Jahre lang trug Stian Tönnesen (40) das SCM-Trikot. Die geplante Verabschiedung des Spielmachers, der im Sommer 2013 als Spielertrainer zum schwedischen Erstligisten HK Malmö wechselte, fiel allerdings mit dem letzten Saisonspiel buchstäblich ins (Hoch)Wasser. Am Sonnabend wurde nachgeholt, was nur aufgeschoben war.

Volksstimme: Standing Ovations auf den Rängen, ein emotionaler Trailer auf den Videowänden - was ging in Ihnen vor?
Stian Tönnesen: Ich bin zwar schon über ein Jahr weg, dennoch war der Moment für mich sehr emotional und bewegend. Aber wie soll es auch anders sein, Magdeburg war der sportlich erfolgreichste und schönste Teil meiner Karriere - auch wenn es schwierige Zeiten gab mit drohender Insolvenz und so. Meine Kinder sind hier geboren und wir haben uns alle sehr wohl gefühlt. Allerdings muss ich mich bei Bartosz (Jurecki /d. Red) entschuldigen. Wir haben uns bei ihm einquartiert und die Vorbereitung war für ihn beim dem Trubel sicher nicht optimal.

Dafür haben Ihre Fähigkeiten als Glücksbringer gewirkt. Was sagen Sie zum Spiel?
Es war es schon sehr komisch, auf einmal von der Tribüne aus zuzuschauen - das hatte ich ja nicht einmal in den sechs Jahren erlebt, als ich in Magdeburg gespielt habe. Das Spiel an sich war dann eher entspannend. Die Jungs haben ja früh die Weichen auf Sieg gestellt, da konnte ich die Kinder mit einem Auge im Blick behalten, ohne dass ich etwas verpasst habe.

Und mit dem anderen Auge haben Sie besonders auf Ihre Nachfolger auf der Spielmacherposition geschaut?
Ja natürlich, das ist aber normal.

Und wie fällt Ihr Urteil aus?
Ich habe viele Spiele im Fernsehen verfolgt und auch heute muss ich sagen: Der SCM ist alles in allem gut unterwegs und der momentane fünfte Platz respektabel, zumal in der Tabelle alles sehr eng zugeht. Solche Niederlagen wie zuletzt in Lübbecke zeigen, man darf sich keinen schlechten Tag erlauben. Marko Bezjak gefällt mir als Spielmacher sehr gut. Er ist ein Top-Mann, hat ein super Auge und setzt die Nebenleute gut in Szene. Und er ist ein bisschen schneller auf den Beinen als ich (lacht).