Zwickau l Verrückte Fußballwelt: Mit dem bisherigen Assistenten Enrico Gerlach und dem sportlichen Leiter Stephan Grabinski als Interims-Trainergespann lenkte Germania Halberstadt die gesamte Aufmerksamkeit der Konkurrenz auf sich. Als erstes Gästeteam überhaupt haben es die Halberstädter geschafft, im Sportforum "Sojus 31" ein Tor zu erzielen. Gleichzeitig war es für die mit Abstand defensivstärkste Mannschaft der Regionalliga Nordost (bis dato fünf Gegentreffer in 13 Saisonbegegnungen/d.Red.) die erste Heimniederlage der Spielserie. Die "Raumkapsel" hat ihre blütenreine Weste verloren und der VfB Germania den Zwickauern im letzten Heimspiel des Jahres ordentlich die Suppe versalzen.

Allerdings traten die Westsachsen nicht in Bestbesetzung an. Patrick Göbel fehlte mit Rotsperre, und Patrick Grandner hatte sich beim Warmmachen verletzt. Zudem war es die dritte Partie des FSV innerhalb einer Woche. "Man hat den Kräfteverschleiß der letzten Wochen und Tage erkannt", meinte Enrico Gerlach mit Blick auf den Gastgeber.

Dennoch legten die Zwickauer ein gutes Tempo vor, hatten durch Oliver Genausch (2., 21.) und Philipp Röhr (9.) erste gute Szenen. Jan Nagel setzte danach aus halblinker Position das Leder an die Querlatte (21.). Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff kam wieder mehr Bewegung in diese Partie. Für den FSV vergab Marc-Philipp Zimmermann aus Nahdistanz das 1:0 (43.). Stattdessen fiel der Treffer auf der anderen Seite. Nach einem Teixeira-Freistoß nickte Innenverteidiger Kevin Nennhuber völlig allein gelassen zur Germania-Führung ein (45.).

Die Zwickauer sollten acht Minuten nach Wiederanpfiff erneut dieselben erstaunten Mienen auflegen. Wieder war ein VfB-Standard vorausgegangen, wieder war Teixeira der Absender, wieder fiel der Treffer per Kopf. Wieder hieß der Torschütze Kevin, diesmal jedoch Schlitte. Der zeigte sich nach dem Spiel nicht nur hinsichtlich seines ersten Saisontores glücklich und zufrieden: "Endlich hatte ich den Kopf an der richtigen Stelle. Wir haben Zwickau mit den eigenen Waffen geschlagen - Standards. Mich freut es ungemein, dass diese bei uns diesmal funktioniert haben. Unsere Treffer sind einfach zum richtigen Zeitpunkt gefallen."

Dass der FSV nach ruhenden Bällen gefährlich ist, bewies der 1:2-Anschlusstreffer (63.). Sebastian Mais Kopfballtor war ein Freistoß vorausgegangen. Germania verteidigte das 2:1 knapp 30 Minuten lang mit Mann und Maus, um letztendlich den zweiten Auswärtssieg dieser Saison zu feiern.

Zwickau: Unger - Fuß (54. Eggert), Mai, Paul, C. Göbel, Wachsmuth, Schlicht, Röhr (54. Frick), Genausch, Stiefel, Zimmermann (72. Morozow), Genausch
Halberstadt: P. Nagel - Schlitte (81. Fraus), Meier, Nennhuber, Schütze, Beil, Schubert, Teixeira (90. Kullmann), Labisch, J. Nagel (73. Dervishaj), Ristovski
Schiedsrichter: Wartmann (Großvargula). Zuschauer: 990. Tore: 0:1 Nennhuber (45.), 0:2 Schlitte (53.), 1:2 Mai (63.). Gelb: Mai, Genausch / Labisch