Ilsenburg l Nachdem sich das Teilnehmerfeld kurz zuvor auf vier Teams reduzierte, drohte das traditionsreichste Hallenturnier im deutschen Football an Stimmung einzubüßen. Doch weit gefehlt. Die Kontrahenten schenkten sich in den Vorrundenpartien keine Punkte, jede Mannschaft musste von Beginn an alles geben.

Der Auftakt war den Hausherren vorbehalten. Die Mountain Tigers starteten mit einem 30:8-Sieg über die Jenaer Hanfrieds ins Turnier, allerdings täuschte das klare Ergebnis über den wahren Spielverlauf hinweg. Im ersten Duell der Gruppe 2 bissen sich die Göttingen Generals die Zähne an der starken Defense der Paderborn Dolphins die Zähne aus. Am Ende hieß es 20:8 für den Pokalverteidiger aus Nordrhein-Westfalen.

Mit einer Neuauflage des Finals des Göttingen Bowls, das eine Woche zuvor die heimischen Generals gegen die Bergtiger gewonnen hatten, stand der nächste Höhepunkt an. Das Duell der beiden Hallenrivalen wurde auch diesmal durch Kleinigkeiten entschieden, Göttingen behielt mit 14:12 die Oberhand. Bereits in diesem Spiel wurde deutlich, dass die Ausbeute an Zusatzpunkten bei den Tigers ungenügend war. Mit dem Duell der Jenaer Hanfrieds gegen die Dolphins wurde die erste Hälfte der Vorrunde abgeschlossen. In einem offenen Schlagabtausch setzten sich die "Meeressäuger" mit 24:18 durch.

Bergtiger feiern höchsten Tagessieg gegen Hanfrieds

Das Rückspiel der Tigers gegen die Hanfrieds eröffnete Teil zwei der Vorrunde. Von der knappen Niederlage sichtlich angestachelt, machten die Tigers offensiv und defensiv kurzen Prozess. Ein 38:0-Sieg gegen hilflos wirkender Jenaer machte den vorzeitigen Finaleinzug der Tigers perfekt. Das "westdeutsche Gruppen-Rückspiel" lieferte eine identische Kopie des Hinspiels, erneut unterlagen stark bemühte Generals den abwehrstarken Ostwestfalen mit 8:20.

Die Ergebnisse hatten zur Folge, dass die letzten Vorrundenspieler identisch mit den anschließenden Finalpartien waren. Nach kurzer Diskussion über das Für und Wider einer Zusammenlegung der jeweiligen Partien bei verlängerter Spieldauer entschied sich die Turnierleitung im Sinne der Zuschauer, den Turnierplan einzuhalten. Die Mountain Tigers und Dolphins hatten sich bei der Erstauflage im Vorjahr 14:14 getrennt. Bei einer tollen Stimmung auf den Rängen entwickelte sich ein packender Krimi, zwei starke Defensereihen hielten dem Druck stand. Ein kleiner Fehler auf Seiten der Westfalen reichte den Harzern zum 8:0-Sieg. Ähnlich verlief die Partie zwischen Jena und Göttingen. Zwar siegten die Thüringer letztlich mit 18:8, doch die Generals schienen sich ein wenig für das kleine Finale zu schonen.

Hier legten die Göttinger deutlich stärker los, beim Stand von 14:6 wenige Sekunden vor Schluss sah alles nach einem Sieg für die Südniedersachsen aus. Doch Jena schaffte den Anschluss und glich per Zusatzversuch zum 14:14 aus. Beim sogenannten Tiebreaker hatten beide Teams, ähnlich einem Elfmeterschießen beim Fußball, drei Versuche, die Endzone des Kontrahenten wie bei einer Two-Point-Conversion aus drei Yards Entfernung zu erreichen. Jena begann, Göttingen wehrte ab. Im Gegenzug schaffte es auch die Generals nicht, Jena zu überwinden. Nach zwei erfolgreichen Versuchen herrschte immer noch Gleichstand. Im dritten Versuch punkteten die Hanfrieds erneut, Göttingen aber nicht. Unter großem Jubel hatten die Jenaer Hanfrieds mit einem 18:16-Sieg Rang drei gesichert.

Millimeter-Entscheidung gegen Mountain Tigers

Das Endspiel zwischen den Paderborn Dolphins und den Mountain Tigers stand dem kleinen Finale an Spannung in Nichts nach. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Harzer mit einem Touchdown durch Johannes Herrschaft vorlegten. Doch die Antwort der Delphine zum 6:6 folgte postwendend. So blieb es bis zur Schlusssirene, auch hier entschied ein Tiebreaker. Den ersten Versuch verwandelten die Tigers, die Dolphins jedoch nicht. Im zweiten Anlauf glich Paderborn aus, die Tigers blieben erfolglos. Im dritten Tigers-Versuch waren sich selbst die Schiedsrichter nicht sofort einig, entschieden aber letztlich, dass Andreas Kopytziok kurz vor der Endzone gestoppt wurde. Nun war Paderborn noch einmal an der Reihe und hatte das Glück auf seiner Seite. Mit einem erfolgreichen Versuch machten die Dolphins den 10:8-Sieg und damit die Pokalverteidigung perfekt.

Bei der anschließenden Siegerehrung ging neben der Brockenbowl-Trophäe auch der Pokal für den MVP nach Paderborn, die Coaches der Mannschaften wählten Benedikt Jürgens zum wertvollsten Spieler des Turniers. Traditionell wurde auch der beste Bergtiger geehrt, hier fiel die Wahl auf Normen Hartwig.

 

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