SPONSOR: Die Handballer des SCM haben mit dem Audi Zentrum Feser in Magdeburg einen neuen Exklusivsponsor gefunden. Die Partnerschaft ist zunächst bis zum 30. Juni 2016 besiegelt worden. Über die Höhe der finanziellen Unterstützung vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. "Der SC Magdeburg passt mit seinem Profil hervorragend zu uns und unseren Produkten", erklärte der Geschäftsführer in der Feser Unternehmensgruppe, Michael Christoph.

PRESSESPRECHER: Der SCM hat einen Pressesprecher: Ab sofort koordiniert der ehemalige Zeitungsredakteur Olaf Scholz die Arbeit zwischen Print, Funk und Fernsehen und den Bundesliga-Handballern des SCM. Damit will der Verein seine Medienarbeit weiter professionalisieren.(dh)

Magdeburg l Nicht nur rein äußerlich ist Niels Pfannenschmidt der Jürgen Klopp von Lemgo. Wie der Coach des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund kann der Trainer des Handball-Bundesligisten TBV zuweilen brutal emotional Spiele erleben und analysieren - und Spieler loben. Am 1. März dieses Jahres lobte er den damals verletzten Finn Lemke über das gesamte Lipperland hinaus, es sei "ein Wahnsinn", was der Junge alles macht und welche Bedeutung er für das Team hat, das ihn wiederum bei der 26:29-Niederlage an jenem Tag schmerzlich vermisste. Es war die Niederlage gegen den SCM.

Vielleicht hat der sympathische Trainer Pfannenschmidt damals schon gewusst, dass er den 22-Jährigen auf Dauer nicht halten kann. Acht Monate später hat der Mentor seinen Shooter endgültig verloren. Lemke gab am Donnerstag beim TBV seinen Abschied zum Sommer bekannt. Der SCM verkündete am gleichen Tag den Zugang Lemkes zur Saison 2015/16 und bestätigte damit offiziell einen Volksstimme-Bericht. "Magdeburg ist ein Verein, mit dem wir sportlich und finanziell nicht mithalten können", meinte TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike.

Lemke, der einen Zwei-Jahres-Vertrag erhält, sagte: "Ich freue mich auf Magdeburg. Aber mir ist die Entscheidung, den TBV zu verlassen, schwer gefallen. Hier habe ich mein soziales Netzwerk aufgebaut, hier habe ich meine Freunde." Seine Freundin Jacqueline wird ihn nach Magdeburg begleiten.

Lemke hat sich mal in einer Zeit, da ihn das Pfeiffersche Drüsenfieber gepackt hatte, der Kochens angenommen. "Um das der Mannschaft anzubieten, reicht es aber noch nicht", sagte der gelernte Bankkaufmann. In Magdeburg will er "Soziale Arbeit" studieren. Und er will viele Tore werfen für den ambitionierten SCM. "Aufgrund meiner Statur ist es meine Stärke, über den Block hinwegzuwerfen", so der Rechtshänder, der mit Fabian van Olphen und Espen Lie Hansen konkurrieren wird. "Seit zwei Jahren spiele ich zudem im Abwehr-Innenblock, und ich werde immer besser und sicherer."

Vor allem "will ich ein wichtiger Teil der Mannschaft werden", betonte er. Ob der SCM dann in der neuen Serie international spielt oder nicht, ist ihm zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich egal: "Es gibt derzeit andere Baustellen, die wichtig sind", betonte Lemke mit Blick auf Tabellenrang 17 des TBV. "Aber ich bin optimistisch, dass wir es frühzeitig aus dem Keller schaffen werden."

Steffen Stiebler, Sportlicher Leiter des SCM, ist "sehr glücklich über die Verpflichtung. Finn Lemke bringt die Wurfgewalt aus dem Rückraum mit, die wir suchen." Die Personalplanung für die neue Saison in diesem Mannschaftsteil ist damit bereits beendet. "Wir sind für die Kreisposition noch in Gesprächen, und auch mit Torwart Dario Quenstedt klären wir aktuell Details. Ich hoffe, dass wir zeitnah eine Entscheidung mitteilen können", so Stiebler. Quenstedt ist neben Bartosz Jurecki der einzige Akteur aus dem Stammkader, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

Coach Geir Sveinsson, der mit seinem Team am Sonnabend (20.15 Uhr) in der MHP-Arena Ludwigsburg beim Tabellenletzten BBM Bietigheim antritt, bemerkte über den "Riesen", wie Lemke ob seiner selbst gemessenen 2,12 Meter auch im Nationalteam (bislang fünf Spiele) genannt wird: "Er ist groß, er ist kräftig, er hat viel Potenzial, er kann vorne und hinten spielen." Beim Isländer klingt das traditionell nüchtern. Aber es muss auch nicht immer Jürgen Klopp sein.