Magdeburg l Von der Papierform her ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonntag (Stadion Lichterfelde, 13.30 Uhr) beim Tabellenvorletzten Viktoria Berlin klarer Favorit. Trainer Jens Härtel will davon allerdings nichts wissen.

"Favoritenrolle ist leicht gesagt. Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass es in den meisten Spielen sehr eng zugeht", sagte der 45-Jährige und nannte ein Beispiel: "Viktoria durfte gegen Nordhausen nie und nimmer verlieren, hat erst kurz vor Schluss den Fangschuss zum 1:2 bekommen. Wacker trat keineswegs wie ein souveräner Spitzenreiter auf."

Dreimal hat Härtel den kommenden Gegner beobachtet - gegen Nordhausen, Auerbach und zuletzt beim Berliner AK. Das 0:5 unter dem neuen Trainer Mario Block wollte er dabei nicht überbewerten: "Da kassierte Viktoria nach gerade einmal zwei Minuten eine Rote Karte und war fortan natürlich stark gehandicapt." Auch die Tatsache, dass die 1889er daheim sieglos sind, ließ den FCM-Chefcoach unbeeindruckt: "Das spielt für mich keine Rolle." Insgesamt nannte Härtel die Viktoria "einen unangenehmen, giftigen Gegner, der sich nach der hohen Niederlage einiges vorgenommen haben dürfte".

Härtel ging auch noch einmal auf den jüngsten 2:1-Sieg seiner Elf gegen Hertha BSC II ein: "Ich widerspreche all denjenigen, die die zweite Halbzeit schlecht gesehen haben. Das sah vielleicht in der Wahrnehmung so aus, weil wir im ersten Abschnitt zwei Tore gemacht haben und vier weitere gute Chancen hatten. Aber auch nach dem Wechsel haben wir viele Bälle erobert, sie nur zu schnell wieder hergegeben. Das hat mir nicht gefallen."

Personell ist der FCM bis auf die Dauerverletzten René Lange und Torge Bremer gut aufgestellt. Hinter Steffen Puttkammer (muskuläre Probleme) steht noch ein kleines Fragezeichen. Silvio Bankert ist nach seiner Magen- und Darmgrippe dagegen wieder voll fit.