Magdeburg l Selten rutschen Dimitris Polychroniadis Lobeshymnen über die Lippen - erst recht nicht nach Niederlagen. Aber nach dem 60:70 seiner Otto Baskets des BBC Magdeburg in der 2. Bundesliga Pro B bei den Dresden Titans holte der Trainer euphorisch aus: "Chris Frazier hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, auch im Aufbau und obwohl er sich zwischenzeitlich verletzt hatte." Chris Frazier, 24 Jahre, biss auf die Zähne, komplette 40 Minuten lang, erzielte 26 Punkte, spielte überragend - und trotzdem hatte es nicht zum sechsten Saisonsieg gereicht.

In seinem Resümee zur Partie am Sonntag fiel überhaupt mehrfach das Wort "verletzt", denn für die Otto Baskets "war es zuvor keine gute Woche gewesen", sagte Polychroniadis. Joe Buck mit Fußproblemen, André Gillette umgeknickt, Steven Monse erkrankt: "Unsere Großen standen nicht zur Verfügung", berichtete der 45-Jährige. Zu dieser stellten sie sich aber in Dresden, "deshalb muss ich ihnen ein Kompliment aussprechen". Aber Gillette (2,05 Meter), Buck (2,01) und Monse (1,98) waren nicht "in der körperlichen Verfassung", um eine Niederlage zu verhindern. Aus Sicht von Kapitän Philipp Stachula jedenfalls "hatten wir auch die Chance zu gewinnen".

Der 27-Jährige berichtete von "alten Fehlern", die sich offenbarten im Magdeburger Spiel. Vor allem nach der Pause (27:32) "haben wir unseren Rhythmus leider verloren". Polychroniadis wollte den Grund für die Niederlage auch nicht allein auf sein angeschlagenes Stammpersonal zurückführen: "Wir haben 19 offensive Rebounds der Dresdener zugelassen - auch von kleinen Spielern." Der Coach ist sich außerdem sicher: "Die 14 Turnover, die in der Statistik für uns angegeben werden, reichen nicht. Wir werden im Videostudium mehr aufdecken."

Es gibt nach wie vor Elemente, "in denen wir konstanter werden müssen", erklärte Stachula. Zudem erfüllt die Pro B Woche für Woche "das Klischee, dass jeder jeden schlagen kann", sagte er. Das zeigt sich auch in der Tabelle: Die Otto Baskets belegen den siebten Platz mit sechs Zählern Rückstand auf die Spitze und mit nur drei Punkten Vorsprung auf den letzten Rang. "Die Liga ist so eng, am Ende zählt jeder Punkt", betonte Polychron-iadis - auch am kommenden Sonnabend gegen AstroStars Bochum (19 Uhr, Gieselerhalle).