Magdeburg l Beide Teams lagen vor dem Anpfiff nur einen einzigen Punkt auseinander, jeder wusste also: Nur der Sieger hält Anschluss an die Spitzengruppe in der Handball-Bundesliga. Da aber die Hausherren aus dem Vollen schöpfen konnten, die Berliner hingegen dezimiert angereist waren (neben Denis Spoljaric mussten auch beide Linksaußen Fredrik Petersen und Colja Löffler ersetzt werden), hatte deren Macher Bob Hanning geunkt: "Gegen den SCM haben wir eine einmalige Serie von zehn Siegen in zehn Spielen. Aber ein richtig gutes Gefühl habe ich diesmal nicht. Ich befürchte, dass diese Serie reißen wird, lasse mich aber gern eines Besseren belehren."

Diesen "Gefallen" taten ihm die Füchse zunächst auch. Nach dem 2:2-Ausgleich legten die Gäste jeweils vor, der SCM versuchte sich festzubeißen, obwohl Füchse-Keeper Silvio Heinevetter sich von Beginn an in einer super Verfassung präsentierte. Mit viel Kampf gelang dem SCM erstmals beim 6:5 die Führung.

Doch es sollte weiter ein offener Schlagabtausch bleiben. Nach dem 9:9-Ausgleich durch einen "Billard"-Glückstreffer von Robert Weber (23.) riss allerdings bei den Gastgebern der Spielfaden. Im Angriff schlichen sich Fehler ein, und auch die Abwehr war zuweilen nicht auf der Höhe der Aufgabe. Das nutzten die Gäste gnadenlos zum Torerfolg aus: Ein 3:0-Lauf brachte die Füchse mit 12:9 in Führung (25.).

Doch zur rechten Zeit lief Dario Quenstedt im Tor der Magdeburger zur Hochform aus. Seine Paraden leiteten die gefürchteten Tempogegenstöße ein, die nunmehr durch einen Doppelschlag von Michael Haaß und Robert Weber konsequent zum 14:14 verwandelt wurden. "Das war unheimlich wichtig für den weiteren Spielverlauf", analysierte später Trainer Geir Sveinsson.

Nach dem Pausentee steigerte sich die Spannung von Minute zu Minute. Bis zum 20:20 (43.) hielt das kampfbetonte, aber dennoch faire Kopf-am-Kopf-Rennen (erste Zeitstrafe nach 44 Minuten) die Zuschauer in Atem. Vor allem Dario Quenstedt riss einen Tag nach Bekanntwerden seiner Vertragsverlängerung um zwei Jahre mit seinen Glanzparaden (14 Paraden allein in der 2. Halbzeit) von den Sitzen. In der Schlussphase war dann nahezu kein Durchkommen mehr für den Füchse-Angriff. Nach einem Dreierpack von Espen Lie Hansen zum 27:24 (55.) war auch der Funken auf die Halle übergesprungen. "Hier regiert der SCM!!", tönte es von den Rängen. Alles stand. Die letzte Aktion gehörte dann bezeichnenderweise dem Mann des Abends: Dario Quenstedt.

"Das war ein hartumkämpftes Spiel, in dem wir endlich mal das bessere Ende für uns hatten. Anfangs hatten wir vor allem mit Iker Romero Probleme. In der zweiten Hälfte hat sich die Deckung gesteigert und Dario war im Tor ein super Rückhalt", freute sich Goalgetter Robert Weber (7 Treffer), dass der Bock gegen Berlin umgestoßen wurde.

SC Magdeburg: Green, Quenstedt - Weber 7/2, Bezjak 1, Haaß 3, Lie Hansen 5, Jurecki , Bagersted 5, van Olphen 1, Rojewski 3, Natek 3, Grafenhorst, Musche 2
Füchse: Heinevetter, Stochl - Wiede 1, Thümmler, Romero 4, Weyhrauch, Zachrisson 4, Skroblien, Jaszka, K.Nielsen, Horak 2, Igropolu 9/5, J. Nielsen 4, Drux 2,
Schiedsrichter: Fleisch/Rieber. Zuschauer: 6941. Siebenmete: SCM 3/2; Füchse 6/5. Zeitstrafen: SCM 2; Füchse 2