Magdeburg l In der Stunde des Erfolges war Dario Quenstedt zwar der "Glückspilz" in Person, dennoch blieb der nach einer grandiosen Leistung hochgelobte Keeper am Mittwochabend auf dem Teppich. "Einer alleine kann ein solches Spiel nicht gewinnen. Das war ein Gemeinschaftswerk, und die Deckung hat es mir vor allem in der zweiten Hälfte auch sehr leicht gemacht", wiegelte er die ihm persönlich gewidmeten Glückwünsche ab.

"Das Torhüterduell mit Heinevetter dürfte ich diesmal gewonnen haben."

Dennoch, der direkte Vergleich mit seinem Gegenüber, dem wie so oft mit provozierenden Gesten nicht sparenden Silvio Heinevetter, lag quasi auf der Hand. Grinsend, aber sicher auch mit ein wenig Genugtuung, stellte der wesentlich introvertiertere Quenstedt (5 Länderspiele) fest: "Silvio hat zwar stark begonnen, aber insgesamt dürfte ich das Torhüterduell diesmal gewonnen haben."

Nach der historischen Partie, die eine Durststrecke von zehn Niederlagen des SCM gegen die Berliner in Folge beendete, wollte der 25-jährige Magdeburger noch zwei Dinge loswerden: Das eine war ein Lob für den fünffachen Torschützen Espen Lie Hansen, der nach dem 23:24-Anschlusstreffer des Berliners Jesper Nielsen (51.) mit einem sehenswerten Hattrick die Weichen auf Sieg stellte: "Ich freue mich für Espen. Er hatte es zuletzt nicht so einfach und musste viel Kritik einstecken. Aber trotz einiger Patzer zu Beginn der Partie, hat er sich nicht entmutigen lassen und weitergemacht. Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten jetzt endgültig geplatzt ist."

Das andere Thema brannte Quenstedt bereits vorausblickend auf den Nägeln: "Wir können jetzt ein, zwei Stunden feiern - das haben wir uns verdient. Aber danach müssen wir sofort umschalten und den Fokus auf das Heimspiel am Sonnabend gegen Balingen richten. Denn, wenn wir das verlieren, ist der Sieg gegen die Füchse gar nichts mehr wert."

Dass sein eigenes Leistungshoch weiter anhält, ist dagegen aufgrund der sozusagen "allgemein guten Wetterlage" sehr wahrscheinlich. Quenstedt sieht sich momentan nämlich auf der Sonnenseite des Lebens: "Ich bin gerade sehr glücklich. Ich glaube, das sieht man mir auch an: Das breite Grinsen will gar nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden", gesteht der Torhüter.

Das hat natürlich mit der gerade erst vollzogenen Vertragsverlängerung bis 2017 zu tun. Quenstedt, der nach zweijährigem "Mausern" beim TuS N-Lübbecke 2013 zum SCM zurückgekehrt war und im Sommer mit Jannick Green einen ebenso ambitionierten Konkurrenten zur Seite gestellt bekommen hat, ist froh über das glückliche Ende der Hängepartie. Er war der einzige im Stammaufgebot, dessen im Juni 2015 auslaufender Vertrag noch nicht verhandelt worden war.

Zwar habe er sich um seine Zukunft keine großen Sorgen machen müssen, "weil der Verein positive Signale gesendet hat und auch die Trainer mit meiner Entwicklung zufrieden waren. Aber dann hat es doch etwas länger gedauert, und ich habe angefangen, mir Gedanken zu machen", gesteht Quenstedt ein, zumal ihm Green auch ordentlich Druck mit guten Leistungen gemacht hat. "Aber diesen Konkurrenzkampf bewerte ich als durchweg positiv, denn er bringt uns beide voran. Und da wir beide noch relativ junge Torhüter sind, ist es förderlich, dass es nach wie vor keine klare Nummer eins gibt."

Für viel Aufschwung sorgt bei Quenstedt zudem die Zusammenarbeit mit dem einstigen Weltklasse-Torhüter Tomas Svensson "Dank Tommy habe ich in dieser kurzen Zeit unheimlich viel gelernt. Schon alleine die Vorbereitung ist viel intensiver. Und wir arbeiten im Training viel daran, dass immer weniger dem Zufall überlassen wird. Auch wenn ich nicht immer die Hand an den Ball bekomme, ich stehe immer öfter bewusst in der richtigen Ecke", freut sich der Torhüter.

"Als Katharina mir gesagt hat ,Wir sind schwanger`, war die Freude riesengroß."

Dass er auf "Wolke 7" schwebt, hat aber noch einen ganz anderen Grund: Dario Quenstedt und seine Ehefrau Katharina erwarten Nachwuchs. "Ende Februar soll die Kleine auf die Welt kommen", verrät der werdende Vater. "Der Zwerg ist ein absolutes Wunschkind. Als Katharina mir gesagt hat: Schatz, wir sind schwanger und das Ultraschallbild mit der kleinen Erdnuss drauf vor die Nase gehalten hat, da habe ich mich total gefreut", schaut der Keeper auf den Moment des Glücks zurück. Einen Namen fürs Töchterchen haben die Eltern in spe auch schon gefunden. Aber den, wie soll es anders sein, hält der Held noch geheim ...