Magdeburg l Von wegen besinnliche Adventszeit! Die Bundesliga-Handballer hetzen in diesen Tagen von Punktspiel zu Punktspiel. Nur knapp drei Tage blieben den Magdeburgern, um das berauschende Füchse-Spiel zu verdauen und den Blick auf die nächste, nicht minder anspruchsvolle Aufgabe gegen die ambitionierten Balinger zu richten. Und so wirkte Marko Bezjak, der Spielmacher des SCM, nach dem Training nicht nur ausgepowert und müde, er war es auch.

"Englische Wochen haben es in sich. Klar, sind wir Profis und darauf eigentlich auch vorbereitet", will der Slowene keine Müdigkeit vorschützen, "aber wenn man dann noch so viel Adrenalin im Blut hat, wie nach dem Spiel gegen die Füchse, dann sind die Nächte besonders kurz und es ist schwer, den Kopf für neue Aufgaben freizukriegen", gibt der Regisseur zu bedenken.

Beim Verarbeiten der hoch emotionalen und kampfbetonten Partie vom Mittwochabend und bei der Fokussierung auf die Balinger, "die durch den Erfolg gegen Hamburg ordentlich Selbstvertrauen getankt haben", hilft Bezjak vor allem der letzte Eindruck aus dem Füchse-Spiel: "Die 15 Minuten zum Schluss waren echt Klasse. Das war mit unser bestes Spiel. Die Deckung stand perfekt, die Torhüterleistung stimmte und im Angriff haben wir ein sehr hohes Tempo gespielt. Und trotzdem waren wir konzentriert und konsequent im Abschluss. Da hatte ich als Spielmacher auch nichts zu meckern", schaute der 28-jährige "Strippenzieher" zufrieden auf das Gesamtkunstwerk.

Dass bei der Organisation und Gestaltung des Spiels die eigene Torgefahr ein wenig auf der Strecke bliebt und er nur ein Tor zum 30:26-Erfolg beisteuern konnte, störte den slowenischen Nationalspieler nicht: "Solange der Ball läuft und die anderen treffen, ist mir das ganz egal."

Viel wichtiger ist, dass er spätestens heute Abend ausgeschlafen ist, damit es gegen die "Gallier von der Alb" rund läuft, auch wenn hinter dem Einsatz von Fabian van Olphen (Erkältung) und Andreas Rojewski (Pferdekuss) gestern noch kleine Fragezeichen standen. Zur Sicherheit ließ SCM-Coach Geir Sveinsson die Youngster Andre Czech, Alex Saul, Johannes Wasielewski und Tomasz Gebala mittrainieren. Bezjak ist auf jeden Fall der Fälle vorbereitet. Er weiß, "die offensive 3-2-1-Deckung der Balinger ist unangenehm zu spielen und liegt nicht jedem". Dem 28-Jährigen, der schnelle Beine, Geduld und Übersicht hat, indes schon.

Um die Qualitäten von Bezjak Co. weiß aber auch HBW-Trainer Gaugisch. Er warnt expliziert vor der "robusten Deckung" und der Flügelzange mit Weber und Grafenhorst. "Wir dürfen uns keine unnötigen Ballverluste erlauben. Wenn wir das Konterspiel nicht einigermaßen unterbinden, gibt´s für uns schnell `nen gebrauchten Tag", so Gaugisch.

Ob er allerdings gut beraten war, mit seinem Team nach dem Sieg in Hamburg gar nicht erst wieder nach Hause zu fahren, sondern in Magdeburg zu bleiben, wird sich zeigen. Denn seinen Spielern, inklusive den Ex-Magdeburgern Christoph Theuerkauf und Fabian Böhm, dürfte angesichts der schönsten Frauen der Welt, die anlässlich der Wahl zur "Miss Intercontinental" ebenfalls gerade im Maritim-Hotel logieren, die Fokussierung auf das Spiel nicht gerade leicht gefallen sein ...