Lake Placid/Oestersund l Dieses Bild war in den vergangenen Monaten wirklich selten geworden: Aber am Sonnabend hat RodlerinTatjana Hüfner nach zwei spannenden Läufen beim zweiten Weltcup der Saison wieder gejubelt. Und sie lächelte über ihren dritten Platz, den sie mit mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf Siegerin Natalie Geisenberger (Miesbach) belegte. "Der erste Podiumsplatz meiner Karriere in Lake Placid", teilte sie mit. Ihre erste Weltcup-Saison hatte die 31-jährige Blankenburgerin 2003/2004 bestritten.

Zugleich bestätigte sie gegenüber der Volksstimme, dass sie sich nur noch auf das "Sportliche konzentriert". Den Streit über die Ungleichbehandlung der Stützpunkte Oberhof und Berchtesgaden, die sie den Verantwortlichen im Bob- und Schlittenverband vorgeworfen hat (BSD), "habe ich abhakt". Der BSD hatte sie und den Berchtesgadener Material-Trainer Georg Hackl zum Gespräch an einen Tisch in Lake Placid geholt. Auch Norbert Loch, der Bundestrainer, verkündete am Sonnabend in der ARD das Ende der Diskussionen.

Keine Diskussionen lassen derweil die Läufe des Doppelsitzers mit dem Ilsenburger Piloten Toni Eggert und seinem Suhler Sozius Sascha Benecken zu. Beiden gelang am Freitag der zweite Saisonerfolg (Volksstimme berichtete), am Sonntag legten sie einen Sieg in der Team-Staffel mit Geisenberger und Felix Loch, der im Herren-Einzel mit Platz sechs enttäuscht hatte, nach. "Wir sind jetzt im fünften Jahr unterwegs, lassen uns nicht mehr durch kleine Fehler aus der Ruhe bringen", erklärte der 24-jährige Benecken das einfache Erfolgskonzept. "Auch wir sind reifer geworden."

Reif für das Podest ist die Biathletin Franziska Hildebrand aus Köthen. Beim Weltcup in Östersund war sie die beste Deutsche mit einem sechsten (Einzel), neunten (Sprint) und zehnten Platz zum Abschluss ab Sonntag in der Verfolgung. "Ich freue mich riesig, schade nur um die zwei Fehler liegend in der Verfolgung", meinte sie zum gestrigen Rennen, das die äußerst laufstarke Finnin Kaisa Mäkäräinen gewann.

Hildebrand ist aber nicht nur aufgrund der jüngsten Erfolge nun die Nummer eins im Team. "Ich sehe mich zwar nicht als Anführerin, freue mich aber, wenn ich Stück für Stück meine Erfahrung an die Jüngeren weitergeben kann", sagte sie. Und wenngleich sie sich über den einen oder anderen Fehlschuss geärgert hat, sieht sie sich für ihre Arbeit im Sommer belohnt. "Ich kann nicht nur gut schießen, sondern auch schnell laufen", erklärte die 27-Jährige augenzwinkernd. Vor allem im Einzel (15 km) am Donnerstag lieferte sie mit der fünftschnellsten Zeit im Feld dafür den Beweis. Und den Jubel dazu.

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