Robin (Haxhi) Krasniqi wurde am 4. Januar 1987 in Junik/Kosovo geboren. Mit 15 Jahren begann er mit dem Kampfsport (Karate). 2004 kam er als 17-Jähriger nach Deutschland und fand in München eine neue Heimat.

Im Oktober 2005 startete der Halbschwergewichtler seine Profiboxkarriere. Von 45 Kämpfen hat Krasniqi, der seit 2010 für den Magdeburger Profiboxstall SES boxt, nur drei verloren. Sowohl bei der WBA als auch bei der WBO ist er die aktuelle Nummer zwei.

2011 erkämpfte sich der inzwischen eingebürgerte Boxer mit einem K.o.-Sieg gegen den Franzosen Abdelhakim Derghal den EM-Titel. Im Oktober 2012 wurde Krasniqi vom Weltverband WBO zum Pflichtherausforderer des Weltmeisters Nathan Cleverly ernannt. Den im März 2013 in England stattfindenden WM-Kampf verlor er einstimmig nach Punkten.

Aktuell ist Krasniqi Interconti-Champion der WBA und Internationaler Meister im Halbschwergewicht der WBO.

Magdeburg/München l Seit 2005 jagt Robin Krasniqi nun schon dem großen Traum hinterher, als erster Box-Weltmeister seines Geburtslandes Kosovo Geschichte zu schreiben. Und es gibt Tage, da könnte sich der SES-Profi schon mal fragen: Wozu mache ich das eigentlich? Wenn er sich wie ein einsamer Wolf im Bayrischen Wald die Lunge aus dem Hals hetzt beispielsweise. Oder, wenn Krasniqi die Tatzen von SES-Cheftrainer Dirk Dzemski um die Ohren fliegen, dass es nur so kracht. Spätestens aber, wenn er beim Training in der Sportschule Vitalis, wo er sich regelmäßig das physische Rüstzeug für seine Kämpfe holt, zusammenbricht, weil eine "echte Höllenmaschine" ihm die Kraft zum Stehen raubt, könnten Zweifel an dem Sinn des Ganzen aufkommen ...

Doch der internationale Meister (WBA) und Intercontichampion (WBO) im Halbschwergewicht, der in Magdeburg gerade die letzte Sparringswoche vor der Titelverteidigung gegen den Polen Dariusz Sek bestreitet, zweifelt nicht. Krasniqi stellt auch den Erfolg seiner Mission nicht in Frage, obwohl er die erste und bislang einzige WM-Chance (Niederlage gegen den noch immer aktuellen WBO-Weltmeister Nathan Cleverly im März 2013) nicht hatte nutzen können. "Ich weiß, was ich will, und ich weiß, was ich kann. Ich habe viel gelernt und mein Schlagrepertoire noch erweitert."

Längerer Atem

Zudem hat das Konditionswunder nach einer dreimonatigen Vorbereitung auf den bevorstehenden Kampf einen längeren Atem denn je: "Ich bleibe am Ball und halte durch - erst recht, weil das Licht am Ende des Tunnels bereits zu sehen ist. Ich bin bei der WBO und der WBA auf Rang zwei - nicht mehr lange, dann bin ich die Nummer eins und Pflicht- Herausforderer und dann gibt es kein Entkommen mehr. 2015 wird mein Jahr!"

Dass jegliche Herausforderungen bislang auf taube Ohren gestoßen sind - vor allem auf die von WBA-Weltmeister Jürgen Brähmer, der am Wochenende seinen Titel gegen den unbekannten Polen Pawel Glazewsk durch einen K.o.-Blitzsieg verteidigt hat - könne er nicht ändern. "So ist das nun mal in diesem Geschäft", so Krasniqi. Aber es ärgere ihn, dass Brähmer nach so einer Titelverteidigung wie die letzte "die große Klappe hat und so tut, als würden alle guten Boxer vor ihm wegrennen. Das ist gelogen, denn es gab mehrere Anfragen von mir und meinem Promoter Ulf Steinforth. Nur haben Sauerland Co. bisher alles abgeschmettert", so Krasniqi.

Damit wirklich keiner mehr an ihm vorbeikommt, müsse er konsequent den nächsten Schritt gehen und in München gewinnen. Und eines kann er schon jetzt versprechen, so der gebürtige Kosovare, der die deutsche Nationalhymne auch diesmal wieder "aus tiefstem Herzen mitsingen" wird, weil er diesem Land alles zu verdanken habe: "Das Duell wird keine Witzveranstaltung, denn Sek ist in 22 von 23 Kämpfen ungeschlagen und damit alles andere als Fallobst."