Halle/Magdeburg l Sie waren in diesem Jahr deutscher Meister, haben den Weltpokal gewonnen und kamen bei der Wahl zur sachsen-anhaltischen Mannschaft des Jahres nach Platz eins im Vorjahr doch nur auf Platz drei: Die Classic-Kegler von Rot-Weiß Zerbst. Die 40 Sportjournalisten aus Sachsen-Anhalt hatten es sich erneut nicht leicht gemacht. Schließlich gaben sie den Basketballern des Mitteldeutschen BC mit deutlichem Abstand die meisten Punkte (139). Auf den Plätzen zwei bis vier ging es dann aber sehr "eng" zu.

Der 1. FC Magdeburg, der den Fußball-Landespokal mit einem 3:0 nach Verlängerung gegen den Halleschen FC aus dem Hallenser Erdgas-Sportpark "entführt" und im Herbst zwei begeisternde Spiele im DFB-Pokal gegen die Bundesligisten FC Augsburg (1:0) und Bayer Leverkusen (6:7 n. E.) abgeliefert hatte, wurde mit 72 Punkten Zweiter vor den Keglern (70) und den Bundesliga-Handballern des SC Magdeburg (69).

FCM-Sportchef Mario Kallnik, der die Auszeichnung entgegennahm, zeigte sich denn auch kampfeslustig: "Wir wollen mehr und in dieser Spielzeit das ganz große Ding reißen. Wir wissen, ohne Schinderei geht nichts. Das große Ziel lautet Aufstieg." Lothar Müller, Präsident des SKV Rot-Weiß Zerbst, war eine gewisse Ernüchterung anzumerken: "Wir arbeiten genau so hart wie die Fußballer oder die Basketballer. Uns macht stolz, dass wir bereits zum achten Mal hier überhaupt zur Wahl stehen."

Der Präsident des Landes-Sportbundes, Andreas Silbersack, hatte seine Freude zum Ausdruck gebracht, mit Britta Steffen (Schwimmen), Waldemar Cierpinski (Marathon), der für sein Lebenswerk gesondert geehrt wurde (Volksstimme berichtete), Kathleen Feldvoss-Nord (Schwimmen), Günter Dreibrodt (Handball), Silke Renk (Speerwurf) und Andreas Hajek (Rudern) Olympiasieger unter den Gästen begrüßen zu können. Ein sichtlich aufgeräumter LSB-Chef bemerkte nicht ohne Stolz, dass Sachsen-Anhalt derzeit mit der neu gewählten Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Petra Tzschoppe, DOSB-Athletensprecher Christian Schreiber und ihm selbst als Sprecher aller deutschen Landes-Sportbünde einige "Schwergewichte im deutschen Sport" platziert habe.

Ebenso mutig wie richtig auch Silbersacks mahnende Worte an die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten: "Ich bin zwar Fußball-Fan, aber ARD und ZDF sollten mehr andere Sportarten als Fußball übertragen."

 

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