Die Biathletin Franziska Hildebrand und der Rodel-Doppelsitzer mit dem Ilsenburger Toni Eggert und Sascha Benecken haben am Wochenende ihre Erfolgsgeschichten der Saison um ein goldenes Kapitel erweitert. Beim ersten Bob-Weltcup in Lake Placid (USA) jubelte zumindest ein Anschieber des Mitteldeutschen Sportclubs (MSC).

BIATHLON

Für Franziska Hildebrand stellt sich eigentlich nur die Frage: Wann reicht es zum ersten Podestplatz in einem Einzelrennen? Bei der Weltcup-Verfolgung am Sonntag in Hochfilzen (Österreich) über zehn Kilometer verhinderten trotz einer erneut starken Laufleistung drei Schießfehler den Sprung aufs Podium, die Köthenerin belegte gleich hinter Franziska Preuß (Haag) Platz acht - ihr vierter Top-Ten-Rang im vierten Einzelrennen der jungen Saison. 1:06,5 Minuten betrug Hildebrands Rückstand auf Siegerin Kaisa Mäkäräinen (Finnland/1 Fehler). "Drei Fehler bei diesen Bedingungen sind einfach zu viel", erklärte sie im ZDF.

Trost hatte sie sich bereits tags zuvor geholt: Hildebrand feierte mit der Staffel den ersten goldenen Moment des Winters für den Deutschen Skiverband (DSV). Mit Preuß, Luise Kummer und Vanessa Hinz ließ sie trotz der insgesamt acht Nachlader Weißrussland und Tschechien klar hinter sich. "Wir haben gezeigt, dass wir mannschaftlich stark sind. Das macht richtig Spaß", meinte die 27-jährige Hildebrand, die ihren vierten Weltcup-Erfolg in der Staffel feierte.

BOB

In Kurve zwei legte sich der Bob auf die linke Seite, und auf dieser schlitterte er die 1455 Meter lange Bahn in Lake Placid (USA) hinunter. Erst viele Sekunden und Meter später stellte sich das "Boot" wieder auf, Pilot Nico Walther und seine Anschieber vom MSC, Marko Hübenbecker, Andreas Bredau und Birk Lösche brachten es in den Hafen. Stunden nach diesem Schrecken im ersten Lauf beim Weltcup-Auftakt am Samstagabend (MEZ) meldete sich Hübenbecker per Nachrichtendienst "whatsapp": "Nico hat am Start ein Lenkseil weggetreten, konnte nicht mehr nach links lenken - und dann passiert eben solch ein Sturz." Zum zweiten Rennen ging das Team nicht mehr an den Start. Insgesamt vier Stürze ereigneten sich in dem Eiskanal, auch Francesco Friedrich (Oberbärenburg) hatte es erwischt.

"Allen geht`s gut. Aber der Schlitten ist kaputt, auch die Helme sind futsch, man wird uns sicherlich neue nach Calgary nachschicken", meinte Hübenbecker (28 Jahre). In Kanada steigt am kommenden Wochenende der zweite Weltcup. Walther (BRC Riesa) stellte jedenfalls klar: "Jetzt bin ich endlich ein richtiger Bobfahrer."

Lehrgeld also für den Debütanten Walther, Sieg für den erfahrenen Arndt - und auch für den MSC: Anschieber Kevin Korona (26) hat im Vierer des Oberhofer Piloten Maximilian Arndt mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Alexander Kasjanov (Russland) gewonnen. "Ein perfekter Tag", jubelte Arndt.

RODELN

Die Fehleranalyse von Sascha Benecken ließ eher eine Niederlage vermuten: Im Kreisel, erklärte der 24-Jährige aus dem Doppelsitzer mit dem Ilsenburger Toni Eggert, "haben wir überzogen". Fehlerfrei blieb kein Team in Calgary (Kanada), auf der Olympiabahn von 1988. Aber letztlich war auch keines so schnell wie Eggert/Benecken: Das Duo hat in der Nacht zum Sonnabend (MEZ) seinen dritten Erfolg im dritten Rennen eingefahren, diesmal mit 39 Tausendstelsekunden vor den Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt. "Wir sind unfassbar glücklich darüber, erneut knapp die Nase vorn gehabt zu haben", schrieben sie auf ihrer "Facebook"-Seite. Doch voreilige Huldigungen ließ ein zufrieden lächelnder Eggert (26) wieder nicht zu: "Wir müssen uns den Erfolg Woche für Woche hart erarbeiten."

Ebenso hart arbeitet Tatjana Hüfner an ihrem ersten Saisonsieg überhaupt: In Calgary verpasste die Blankenburgerin beim Sieg von Natalie Geisenberger (Miesbach) das Podest nur um 20 Tausendstelsekunden. Die 31-Jährige resümierte: "Am Start noch die Schnellste, habe ich jedoch hintenraus zu viele Fehler gemacht. Schade, da wäre mehr drin gewesen."

SKELETON

Christopher Grotheer war mit seinem Saisonauftakt nicht zufrieden. In Lake Placid (USA) belegte der Skeletoni aus Wernigerode den 15. Platz. "Ich hatte ein paar Fehler zu viel in meinen Läufen, dann reicht es nicht zur Top-Ten. Das wäre mein Ziel gewesen", sagte er. 2,44 Sekunden trennten den 22-Jährigen und Sieger Martins Dukurs (Lettland) im Ziel voneinander. Bester Deutscher wurde der Debütant Axel Jungk (23/BRC Riesa) auf Rang vier. "In Calgary werde ich wieder angreifen", sagte Grotheer. Dort geht es am kommenden Wochenende weiter.

   

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