Magdeburg l Bei derzeit 54,78 Toren pro Spiel in der Handball-Bundesliga (Quelle: handballworld.de) liegt es in der Natur der Sache, dass die Torhüter besonders im Fokus stehen. Sie sind das Ende einer Kette, diejenigen, die hinten drinstehen und die letzte Chance haben, ein Tor zu verhindern. Das funktioniert normalerweise dann am Besten, wenn das "Team im Team" perfekt harmoniert - sprich, sich beide Torhüter leistungsmäßig auf Augenhöhe befinden und dies in der Summe zu einem positiven Ergebnis führt.

Das perfekte Paar - Dario Quenstedt hat die Idealversion anlässlich seiner Vertragsverlängerung kürzlich so beschrieben: "Perfekt ist es, wenn es bei dem einen nicht läuft, der andere kommt und es besser macht." Doch am Sonntag gegen Minden trat der Ernstfall ein: Quenstedt, zuletzt mit herausragenden Leistungen gegen die Füchse und Balingen, musste krank passen. Aber Jannick Green war da. Und der Däne gab mit seinen Paraden gleich zum Auftakt der Partie seinen Teamkollegen sowie den über 6000 Zuschauern in der Getec-Arena das Signal: Alles roger, ich bin da! Ihr könnt euch auf mich verlassen! "Dass Jannick super ins Spiel gefunden und die ersten Bälle gleich pariert hat, war wichtig. So haben wir sofort klargemacht, wer das Spiel bestimmt", freute sich auch Bartosz Jurecki über das klare Statement des Torhüters.

Auch Sportchef Steffen Stiebler sieht das Torhüter-Gespann, das durch die Zusammenarbeit mit Trainer Tomas Svensson den entscheidenden Schliff bekommen hat, auf einem guten Weg: "Das ist genauso, wie wir uns das vorstellen. Beide ergänzen sich super." Und Trainer Geir Sveinsson erklärte zum Anteil der Torhüter am derzeitigen Erfolgskurs des SCM: "Nach 18 Saisonspielen haben beide ungefähr 50:50 gespielt. Ihre starken Leistungen sind gut für uns alle."

So war Green eben auch zur Stelle, als es gegen Minden zwischenzeitlich aufgrund einiger Abschlussschwächen unnötig eng wurde, und die Gäste mit einem 4:0-Lauf zum 17:17 ausgleichen konnten (43.). Mit zwei, drei Paraden nahm der 26-Jährige, der am Sonntag von Youngster-Keeper Philip Ambrosius flankiert wurde, den Gästen den Wind aus den Segeln.

Trotz allem stellte Green hinterher sein Licht unter den Scheffel: "So, wie ich das mitbekommen habe, war ja auch mein Gegenüber Gerrie Eijlers nicht schlecht. Da musste ich natürlich auch meine Leistung bringen. Schließlich bin ich ja auch sein Nachfolger, das machte das Duell extra spannend."

Das Gefühl, dass dem SCM das Spiel aus den Händen gleiten könnte, hatte er jedoch nicht gehabt: "Bis auf fünf schwache Minuten hatten wir das Spiel eigentlich unter Kontrolle, deshalb müssen wir uns auch nur ein bisschen ärgern, dass wir unser Ding nicht zu 100 Prozent durchgezogen haben." Am Ende hätten die Jungs wieder getroffen und die Abwehr gut gestanden. "Wir haben zwei wichtige Punkte erkämpft, mit denen wir den vierten Platz gefestigt haben - das ist, was am Ende zählt", so der Däne.

Was bereits am Mittwoch zählt, sind nicht Punkte, sondern das Weiterkommen im Pokal beim Zweitligisten ThSV Eisenach (19.30 Uhr). Und nicht nur Green hofft, dass beim neuaufgelegten Ost-Derby seine "bessere Hälfte" wieder mit von der Partie und das Sportler-Ehepaar damit komplett ist. Gestern hatte Quenstedt allerdings noch nicht wieder mittrainiert.