Magdeburg/München l 16 Kämpfe, 16 Siege - diese makellose Bilanz hat Dominic Bösel aufzuweisen. Der Halbschwergewichtler avanciert langsam, aber sicher beim Magdeburger Boxstall SES zum Leistungsträger. Am Sonnabend in München bestreitet der Freyburger neben Stallkollege Robin Krasniqi den zweiten Hauptkampf (ab 20 Uhr live auf MyVideo.de und ran.de).

Im Ballhaus-Forum in Unterschleißheim wird Bösel zum zweiten Mal seinen WBO-Interconti-Titel verteidigen. Dabei trifft der ungeschlagene Kapitän der SES-Talenteschmiede "Team Deutschland" auf den Franzosen Mohamed Merah. Der 26-jährige Herausforderer ist "eine harte Nuss". Erst Anfang November hat der seit 2011 ungeschlagene Merah Ex-WBO-Europameister Denis Simcic einstimmig nach Punkten bezwungen. Dennoch ist Bösel gewillt, seinen Weg zum Box-Olymp "so konsequent und geradlinig weiterzugehen wie bisher": Im Alter von sechs Jahren begann er mit dem Boxsport, Vater Bernd war sein erster Trainer beim Amateur-Boxclub Freyburg. Später wechselte der Filius an die Sportschule in Halle. Als Amateur bestritt Bösel zahlreiche Kämpfe, wurde zweimal Deutscher Meister, neunmal Landesmeister und EM-Sechster (2006). Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann holte ihn SES-Promoter Ulf Steinforth im Oktober 2010 in sein Team Deutschland. Hier legte er einen Raketenstart hin: Innerhalb eines Jahres mauserte sich der Schützling von Trainer Dirk Dzemski vom Junioren-Weltmeister zum WBO-Interconti-Champion und sprang in der WBO-Rangliste auf Platz sechs.

Und wenn man Steinforths Worten Glauben schenkt, ist das noch längst nicht das Ende: "Für mich kann Dominic der zweite Henry Maske werden. Ich kenne keinen, der in diesem Alter cooler boxt. In meinen Augen ist er der zukünftige Weltmeister im Halbschwergewicht."