Magdeburg/Erlangen l Die Handballer des SC Magdeburg stehen auf einem zementierten vierten Rang so gut wie schon seit Jahren nicht mehr in der Handball-Bundesliga. Dennoch sehen van Olphen Co. am heutigen Sonnabend beim Aufsteiger HC Erlangen schwarz (19 Uhr/Nürnberg-Arena). Doch nicht etwa, weil personell der Schuh drückt (alle Mann sind heute in Nürnberg an Bord). Und auch nicht, weil der mit beachtlichen Erfolgen aufwartende Gegner (Heimsiege gegen die Rhein-Neckar Löwen, Hannover oder Lemgo, Remisbei den Füchsen Berlin sowie ein knappes 22:23 in Kiel) eine zu hohe Hürde darstellen könnte. Der Grund ist ein anderer: Traditionell lädt der HC Erlangen Ende Dezember eines jeden Jahres zur sogenannten "Black Night" ein. Das bedeutet, Fans und Mannschaft treten an diesem besonderen Abend als Zeichen ihrer Verbundenheit gemeinsam in Schwarz auf.

Dennoch gehen die Magdeburger nicht blauäugig ins Spiel. Schließlich habe der aufmüpfige Aufsteiger in den letzten Wochen gezeigt, wie heimstark er ist. Zwölf seiner 13 Punkte hat Erlangen vor heimischem Publikum erkämpft, weiß auch Fabian van Olphen: "Ich denke, wir stehen beim HC Erlangen vor dem schwersten Spiel seit Lübbecke." Nicht destotrotz glaubt der Kapitän, der seine Teamkollegen auch beim Pokalerfolg gegen den ThSV unermüdlich vorangetrieben und in der Abwehr gerackert hat, an eine Fortsetzung der Serie von sechs Siegen in Folge: "Aber es wird absolut kein Selbstläufer. Erlangen steht nicht umsonst als Aufsteiger am weitesten oben in der Tabelle. Sie spielen eine sehr offensive Abwehr. Aber auch da sind wir seit dem Eisenach-Spiel ja gewarnt."

Beim Gastgeber freut man sich derweil auf das besondere Spiel mit dem besonderen Flair. Auf der Vereins-Homepage wird dabei vor allem die Vorfreude der Fans auf Robert Weber geschürt, den Erlangens Coach Frank Bergmann kennt wie seine Westentasche. Er hat vor Jahren Webers österreichischen Heimatverein Alpla Hard trainiert und den damals aufstrebenden Rechtsaußen vom Nachwuchs in die Männermannschaft geholt. "Robert Weber führt mit 139 Treffern die Torjägerliste der Bundesliga an, allein er ist es wert, am Samstag in die Arena zu kommen", meinte auch Stefan Adam, Geschäftsführer des HC Erlangen.

Bergmann hat beim Videostudium indes erkannt: "Der SCM hat einen extrem guten Lauf. Wir werden an unser Limit gehen müssen, wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen."