Göppingen l Erst wurde es ein privates Duell zwischen Manuel Späth und Keeper Jannick Green, dann scheiterte auch noch Michael Kraus am Magdeburger Torhüter: Der 26-jährige Green kam in der ersten Halbzeit auf sieben Paraden und setzte die starken Leistungen der vergangenen Wochen im Wechsel mit Dario Quenstedt fort.

Und wenn die Angriffsbemühungen der Göppinger nicht gerade beim Keeper endeten, endeten sie in technischen Fehlern, die den SCM zum schnellen Gegenstoß einluden. So überrollte der frische Gast den Gastgeber bereits zur Pause vom 1:5 (5.) durch Jacob Bagersted über ein 8:14 (21.) durch Matthias Musche zum 11:19 (30.), ebenfalls durch Musche. Der 22-Jährige war nämlich vornehmlich der dankbare Abnehmer jeglicher langer Pässe in die Spitze - und alle führten zum Erfolg. Das war die erste Halbzeit. Und die "war der Wahnsinn", meinte Steffen Stiebler, der Sportliche Leiter des SCM. Coach Geir Sveinsson erklärte: "Ich bin begeistert. Wir haben überragend gespielt."

Tatsächlich wurde es in der zweiten Halbzeit noch ein Spitzenspiel, in dem es der SCM dennoch schaffte, Göppingen mit minimal drei Toren Abstand auf Distanz zu halten. Allein Kraus war in der Lage, die Hoffnung des Gastgebers am Leben zu halten. Der 31-jährige Mittelmann kam letztlich auf zwölf Treffer.

Mit einer Auszeit nach 42:04 Minuten (20:27) musste allerdings dessen Trainer Magnus Andersson den erneuten Zwischenspurt der Magdeburger wieder stoppen. Die Fehlpassquote seines Teams blieb unter dem Druck der SCM-Abwehr einfach zu hoch. "Wir haben unglaublich schlecht gespielt", meinte Andersson und verwies zugleich auf Akteure wie Kraus oder Tim Kneule, die verletzungsbedingt lange Zeit kaum mit der Mannschaft trainiert hatten. Vielleicht war das der Grund, dass "wir unheimlich viele Bälle verschenkt haben". Auch deshalb fand der SCM zum richtigen Zeitpunkt immer die richtige Antwort. Espen Lie Hansen markierte das 24:30 (49.). Der SCM kam letztlich auf eine Angriffseffektivität von 68 Prozent - das war für Göppingen nicht zu kontern.

Beim 29:33 (55.) leitete Sveinsson mit einer Auszeit den Endspurt ein. Der war so intensiv und temporeich wie die gesamte zweite Halbzeit. Und er fand mit Magdeburg den verdienten Sieger. Der Coach stellte dann lachend klar: "Der letzte Sieg ist immer der schönste." Am 12. Januar beginnt mit dem ersten Training nach dem Jahreswechsel die Vorbereitung auf Sieg Nummer neun.

Göppingen: Prost, Marinovic - Kraus 12, Gehrke, Kneule 1, Oprea, Schoch 1, Schöne, Späth 2, Beljanski 1, Lobedank 4, Sesum 5, Fuß, Schiller 6/3, Halén 1

SC Magdeburg: Green, Quenstedt - Rojewski 6, Musche 5, van Olphen 1, Natek 2, Bagersted 3, Grafenhorst 2, Haaß 1, Bezjak 5, Weber 8/2, Jurecki 1, Lie Hansen 2

Schiedsrichter: Wild/Baumgart (Neuried/Offenburg). Zuschauer: 5600. Siebenmeter: FA 3/3 - SCM 2/2. Zeitstrafen: FA 1 - SCM 1