Germania-Splitter
Bilanz: Heimstärke sieht anders aus. Halberstadt hat von den bereits neun Partien vor eigenem Publikum lediglich drei gewonnen (bei zwei Remis und vier Niederlagen). In der Rückrunde verbleiben nur sechs weitere Heimbegegnungen.
Torjäger: Beste Schützen sind nach 16 Saisonpartien der letztjährige Saisonbeste, Jan Nagel, und Telmo Teixeira. Beide haben jeweils viermal getroffen. Bemerkenswert: Innenverteidiger Kevin Nennhuber ist mit drei Toren Dritter.
Einsatzzeiten: Alle 1440 Minuten seit Saisonstart am 3. August hat Torwart Pascal Nagel absolviert. Abwehrchef Kevin Nennhuber fehlten nur sechs Minuten, um alle 15 Hinrundenpartien komplett zu spielen. Gelb-Rot gegen Nordhausen "kostete" ihn aber eine bessere Bilanz, da er im ersten Rückrundenspiel gesperrt war. So kam er auf 1344 Minuten und wurde noch von Verteidiger-Kollege Jan-Christian Meier (1430) und Angreifer Florian Beil (1366) überflügelt.
Zuschauer: Zu den neun Heimspielen kamen im Schnitt 866 Zuschauer (insgesamt 7796), am meisten gegen den 1. FCM (3051).

Halberstadt l Im vierten Jahr seit Regionalliga-Zugehörigkeit sucht Germania Halberstadt weiter nach Beständigkeit. Das ist nach 16 gespielten Begegnungen der Serie 2014/15 die Haupterkenntnis. Ursächlich dafür ist der große Personalumbruch im Sommer, aber auch die fehlende Konstante auf der Trainerposition. Mit Henri Fuchs verpflichtete die Vereinsführung jetzt den vierten Coach seit dem Aufstieg 2011.

Achim Hollerieth sollte im Sommer 2014 die Nachfolge von Willi Kronhardt antreten, wurde aber aufgrund dessen Erfolglosserie doch schon früher beim VfB installiert. Vom 30. März an war er noch für neun Saisonspiele als Chef an der Seitenlinie verantwortlich. Zwar schaffte man unter Hollerieth knapp den Klassenerhalt, doch nur drei Siege und kein einziges gewonnenes Heimspiel in der Rückrunde waren nicht die beste Voraussetzung. So kann im Nachhinein diskutiert werden, ob Hollerieth sein Pulver nicht vielleicht schon vor Beginn dieser Serie bei der Germania verschossen hatte. War Hollerieths (frühes) Aus vorhersehbar?

Wenige Stunden vorm Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten FSV Zwickau (21. November) stellte Germania-Präsident Olaf Herbst Hollerieth vom Traineramt frei. "Um auch weiterhin einen zielgerichteten und erfolgversprechenden Spiel- und Trainingsbetrieb garantieren zu können, musste gehandelt werden", ließ sich Herbst in einer Pressemitteilung zitieren. Bis heute schweigt sich die Vereinsführung über die wahren Gründe der Trennung aus. Fakt ist, dass sich beide Parteien jetzt vor dem Arbeitsgericht treffen.

Auch sportlich war es in der Hinrunde eine Achterbahnfahrt. Von Rang 16 nach dem 1. Spieltag über Platz vier (2. Spieltag) siedelte sich der VfB Germania schließlich im unteren Drittel des Klassements an. Gab es Höhepunkte und überraschende Erfolge - dazu zählen das 4:2 gegen den 1. FCM, das 3:0 bei Union Berlin II und das 2:1 in Zwickau - folgte immer mindestens auch ein Tiefschlag. Das 0:3 vor eigenem Publikum gegen den BFC Dynamo, zwei 0:2-Niederlagen gegen Babelsberg und Schlusslicht Meuselwitz und das 2:5 zum Jahresabschluss gegen den BAK müssen hier erwähnt werden.

Zu allem Überfluss verabschiedete sich das Team im letzten Pflichtspiel des Jahres auch aus dem Landespokalwettbewerb. Nach dem 1:3 beim VfL Halle nahm Interimstrainer Enrico Gerlach kein Blatt vor den Mund, sprach die Probleme an: "Ab jetzt müssen wir die Kräfte bündeln, eine ordentliche Vorbereitung absolvieren. Wenn wir uns nicht richtig reinhauen, wird es schwer, die Klasse zu halten." Auch der sportliche Leiter Stephan Grabinski redete nichts schön: "Es werden teilweise Fehler fabriziert, die ich so in dieser Liga nicht vermutet hätte. Fakt ist: Wir müssen die Tabelle im Blick behalten."