Leipzig (dpa) l Nach dem Desaster bei der Frauen-EM forciert der Deutsche Handball-Bund den Neuanfang und hat sich von Bundestrainer Heine Jensen (37) getrennt.

Grund für den laut DHB einvernehmlichen Beschluss, das Vertragsverhältnis mit dem Dänen rückwirkend zum 31. Dezember 2014 zu beenden, seien viele Gespräche nach dem enttäuschenden zehnten Platz bei der EM in Kroatien und Ungarn gewesen. "Leider sind wir keinen Schritt vorwärtsgekommen", fasste DHB-Präsident Bernhard Bauer am Mittwoch das ernüchternde Ergebnis der Analysen zusammen.

Der für den Leistungssport verantwortliche DHB-Vizepräsident Bob Hanning betonte, dass "es das Beste für den deutschen Frauenhandball ist, Klarheit zu schaffen und grundsätzliche Prozesse wieder in die gewünschte Richtung zu lenken". Er will "in enger Abstimmung mit der Handball Bundesliga Frauen" eine Lösung suchen, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern. Immerhin bestreitet der DHB 2017 eine Heim-WM.

Die deutschen Handballerinnen treffen am 6./7. und 13./14. Juni in zwei Play-off-Spielen auf Rekord-Weltmeister Russland. Dabei kämpfen sie nicht nur um die Teilnahme an der Ende 2015 in Dänemark stattfindenden WM, sondern auch um die letzte Qualifikations-Chance für Olympia 2016 in Rio de Janeiro. Wer das Team Mitte März beim Vier-Länder-Turnier in Rumänien betreuen wird, ist aber noch offen.

Der Däne Jensen kam dem Verband am Ende entgegen und stimmte einer Auflösung seines erst im Dezember 2013 verlängerten Kontrakts zu. "Es war mir eine Freude und Ehre, für den Deutschen Handballbund und mit dieser Mannschaft zu arbeiten, aber das Team braucht nach dieser enttäuschenden EM einen neuen Impuls", meinte Jensen selbstkritisch.