Oberhof (dpa/dh) l Mit jugendlicher Unbekümmertheit haben Franziska Preuß und Vanessa Hinz den Orkan-Böen in Oberhof getrotzt und beim Biathlon-Weltcup nur knapp Plätze auf dem Podest verfehlt. Die 20-jährige Preuß wurde in der Wind-Lotterie im Thüringer Wald am Freitag starke Vierte, die 22-jährige Hinz beendet das Sprint-Rennen vor 9000 Zuschauern auf Platz sieben. "Es war zweifellos anspruchsvoll bei den wechselnden Bedingungen. Wir haben uns ordentlich zurückgemeldet", sagte Bundestrainer Gerald Hönig.

Beim ersten Weltcup-Sieg der Tschechin Veronika Vitkova fehlten der bärenstarken Preuß lediglich 3,4 Sekunden für den Premieren-Platz auf dem Podium. "Ich war schon sehr nervös, so nervös wie noch nie vor einem Rennen", sagte sie. Verärgert über den knapp verpassten dritten Platz war sie nicht: "Es hat Spaß gemacht."

Trotz zweier Schießfehler stand Vitkova nach den 7,5 Kilometern ganz oben auf dem Siegespodest vor den beiden Italienerinnen Dorothea Wierer (1) und Nicole Gontier, die als eine der wenigen Skijägerinnen fehlerfrei geblieben war. Die deutschen Talente Preuß und Hinz waren je einmal in die Strafrunde abgebogen. "Liegend war der Wind beherrschbar", sagte Preuß.

Auch für Franziska Hildebrand: "Ich würde ja lügen, wenn ich sagen würde, es lag diesmal am Wind", erklärte die 27-Jährige aus Köthen am Abend der Volksstimme. Nach zwei Fehlern im Liegendschießen war für die beste Deutsche im Gesamtweltcup (Platz sieben) bereits klar, dass es wohl ganz nach vorne nicht reichen würde. Und als auch noch der letzte Schuss im Stehendanschlag hängenblieb, waren die Podestplätze endgültig in weite Ferne gerückt. "Trotzdem fand ich mein Rennen im Großen und Ganzen nicht so schlecht", meinte Hildebrand, die zwei Tage zuvor aufgrund einer Erkältung beim Staffelrennen hatte passen müssen. Das Sprint-Resultat von Oberhof war indes ihr schlechtestes der laufenden Saison. Am Sonntag soll ein besseres folgen. "Ich hätte nichts dagegen", erklärte sie vor dem Massenstart zur Hoffnung auf den ersten Einzelpodest-Platz ihrer Karriere.

Ebenso wenig Glück wie Hildebrand hatten Weltcup-Rückkehrerin Tina Bachmann (3) auf Rang 47 und Karolin Horchler (2) als 54. "Es war brutal schwer mit der hinteren Startnummer. Für mich war es ein Schritt auf dem Weg zurück", sagte die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Bachmann, die darauf hofft, weiter im Weltcup eingesetzt zu werden.