Altenberg/Magdeburg l Nach dem Sieg von Nico Walther am Sonntag konnte sich auch René Spies nicht mehr in Zurückhaltung üben: "Ganz große Klasse, wie er cool geblieben ist und dann diesen zweiten Lauf da heruntergezogen hat", freute sich der Bob-Bundestrainer. Auch der Pilot war ob seines ersten Weltcup-Erfolges begeistert: "Wir sind einfach überglücklich", sagte der 24-Jährige, der von Marko Hübenbecker und Andreas Bredau vom Mitteldeutschen Sportclub (MSC) sowie Christian Poser (SC Potsdam) in die Spur gebracht wurde, nach der Siegesfahrt auf seiner Heimbahn in Altenberg im ZDF. Mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung auf Oskars Melbradis (Lettland) hatte sich Walther durchgesetzt. Francesco Friedrich (Oberbärenburg) kam indes über Platz sechs nicht hinaus.

Zum ersten Mal in der laufenden Saison war der Walther-Vierer in dieser Formation gestartet. Und man den Piloten fragt, "kann es auch so weitergehen, aber das muss am Ende der Bundestrainer Christoph Langen entscheiden".

Diese Entscheidung dürfte nicht schwerfallen: Hübenbecker, Bredau und Poser feierten bereits vor drei Jahren im Schlitten von Manuel Machata mit WM-Bronze in Lake Placid (USA) einen gemeinsamen Erfolg. Und auch die Startzeit im zweiten Lauf in Altenberg (5,14 Sekunden) konnte sich sehen lassen. "Wir waren da fünf Hundertstelsekunden hinter Melbradis, am Start wollen wir noch aufholen", sagte Hübenbecker der Volksstimme.

Für den 28-Jährigen war der Erfolg eine Überraschung, "nachdem es in den Trainingseinheiten nicht so gut gelaufen war", erklärte Hübenbecker. Aber im Rennen "haben wir gezeigt, dass es eigentlich keine echte Nummer eins unter den deutschen Teams gibt. Jeder ist in der Lage, zum Sieg zu fahren."

Chefcoach Langen sucht derweil vor allem nach der optimalen Pilot-Anschieber-Kombination im Zweier. Statt Hübenbecker oder Bredau (30) durfte der erst 20-jährige Joshua Bluhm (Königssee) am Sonnabend den Zweier von Nico Walther anschieben, der dann mit Platz drei sein erstes Weltcup-Podest überhaupt eingefuhr. Es gewann Beat Hefti (Schweiz). "Es wird derzeit viel probiert", berichtete MSC-Trainer Norman Dannhauer. "Nächste Woche in Königssee wird Nico wieder von Marko angeschoben, und auch Andreas wird noch seine Chance bekommen."

Bluhm könnte indes Johannes Lochner (Königssee) bei der Weltmeisterschaft in Winterberg (24. Februar bis 8. März) in die Spur bringen. Lochner (24), der derzeit noch im Europacup startet, hatte sich mit Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft im Zweier für die Welttitelkämpfe empfohlen, nachdem Maximilian Arndt (Oberhof) sich vom Start im kleinen Schlitten zurückgezogen hat.

Für den Vierer-Weltmeister endete der Wettbewerb in Altenberg bereits im ersten Lauf mit einem Sturz nach Kurve 13. Während seine Anschieber, unter ihnen Kevin Korona vom MSC, unverletzt blieben, musste Arndt (27) mit Prellungen im Nacken und einer Gehirnerschütterung ins Klinikum nach Dippoldiswalde gebracht werden. Noch am Nachmittag folgte die Entwarnung, dem Piloten wurden zwei Tage Ruhe verschrieben. Auf "Facebook" kündigte das Arndt-Team bereits an: "Am Königssee wollen wir wieder an den Start."

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