Altenberg/Magdeburg l Am Anfang lief es prächtig für Franziska Hildebrand aus Köthen: erster Liegendanschlag, null Fehler, Rang sieben mit sieben Sekunden Rückstand auf die Spitze. Doch bei den folgenden drei Schießeinlagen unterlief der 27-Jährigen bei dichtem Schneetreiben und böigem Wind jeweils ein Fehler. Deshalb reichte es im Massenstart-Rennen beim Heimweltcup vor 22 000 Zuschauern in Oberhof nicht zur Top-Ten-Platzierung: Hildebrand wurde am Sonntag Elfte mit 1:51,1 Minuten Rückstand auf Siegerin Darja Domratschewa (Weißrussland/4).

Hildebrand hatte sich nicht mal über ihre Schießfehler geärgert. "Beim zweiten Liegendanschlag kam im vierten Schuss eine Windböe von links, deshalb ist die Kugel rechts neben der Scheibe eingeschlagen", hatte Bundestrainer Gerald Hönig ihr mitgeteilt. Dagegen war sie machtlos. Was schlimmer war: "Ich habe einfach die falschen Ski rausgeholt."

Im Gegensatz zu den Brettern von Franziska Preuß (Haag/3), die mit Rang sechs und 1:01,7 Minuten Rückstand auf Domratschewa das beste deutsche Resultat erzielte, waren Hildebrands Ski zu stumpf: "Ich bin auf den Abfahrten fast stehengeblieben, und auf der Geraden sind die anderen an mir vorbeigefahren. Dabei habe ich mich läuferisch besser gefühlt als im Sprint", berichtete sie. Über die 7,5 Kilometer war sie am Freitag 26. geworden.

Für den Massenstart auf den 12,5 Kilometern hatten die Organisatoren wie am Vortag beim Sprint der Männer die erst eingeführte und kritisierte Henkel-Schleife (ein 300 Meter langes Teilstück mit nicht ungefährlicher Abfahrt) wieder beseitigt. "Der Sturm hatte Steine freigelegt", sagte Hildebrand.

Das kam nicht zuletzt den Männern entgegen: Benedikt Doll belegte als bester Deutscher im Massenstart über 15 Kilometer am Sonntag Rang acht. Der Breitnauer erreichte bei drei Schießfehlern mit nur 44,5 Sekunden Rückstand auf Sieger Martin Fourcade (Frankreich/0) das Ziel. Der 24-Jährige hatte bereits im Sprint (10 Kilometer) am Vortag, den ebenfalls Fourcade gewann, den achten Platz belegt und damit die Norm für die Weltmeisterschaft in Kontiolahti (Finnland/4. bis 15. März) geschafft.

Bereits am Mittwoch beginnt mit dem Staffelrennen der Frauen das lange Weltcup-Wochenende in Ruhpolding, der Wahlheimat Hildebrands. "Dort wurde die Streckenführung zwar auch geändert", sagte sie. "Aber ich möchte wieder einen Platz in der Top-Ten erreichen."