Magdeburg (dpa) I Die Fußballerinnen von Bayer Leverkusen haben die 21. und letzte Auflage des DFB-Hallenpokals gewonnen. Das Team aus dem Rheinland setzte sich im Finale am Samstag in Magdeburg durch ein Tor von Turid Knaak per Neunmeter mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg durch. Der unterlegene deutsche Meister musste ohne die verletzte Weltfußballerin Nadine Keßler auskommen. Für die Mannschaft von Trainer Thomas Obliers war es der erste Titel beim Hallenspektakel.

Vor der stimmungsvollen Kulisse von 4634 Zuschauern in der ausverkauften GETEC-Arena blieb dem 1. FFC Frankfurt und der SGS Essen nur der gemeinsame dritte Platz. Die Hessinnen unterlagen im Halbfinale Leverkusen mit 2:3, der Revierclub verpasste den Einzug ins Endspiel durch ein 0:1 gegen Wolfsburg.

Vorjahressieger Turbine Potsdam, der wie Frankfurt den Hallen-Titel bereits siebenmal gewonnen hatte, schied überraschend bereits in der Vorrunde sang- und klanglos als Gruppenletzter aus. Zur besten Spielerin des Turniers wurde Frankfurts Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan gekürt, die auch als beste Torschützin (fünf Treffer) ausgezeichnet wurde. Beste Torhüterin war Bayer-Keeperin Lisa Schmitz.

Der seit 1994 ausgetragene Hallen-Cup mit allen zwölf Frauen-Bundesligisten fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Weil der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen Masterplan umsetzt und von 2016 an offizielle Hallenturniere auf allen Ebenen nur noch nach Futsal-Regeln spielen lassen will, war das Aus der bei Spielerinnen, Clubs und Fans beliebten Veranstaltung unausweichlich. Einen Hallen-Cup nach Futsal-Regeln hatten die Vereine abgelehnt. "Es gibt kein Zurück mehr", betonte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg am Samstag. "Es tut vielleicht im Moment weh, aber wir wollen jetzt diesen Schnitt machen."

Zuvor hatte der DFB stets erklärt, man setze die internationalen Vorgaben des Weltverbandes FIFA um, dass es in der Halle nur noch Futsal geben solle. Ratzeburg relativierte das etwas und räumte ein, dass auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle bei der Entscheidung spielten, das Turnier nicht mehr in gewohnter Form auszutragen. "Wir erreichen nicht die große Öffentlichkeit, weil die großen Fernsehanstalten das Turnier nicht übertragen." Ein Nachfolge-Veranstaltung ist nicht in Sicht.

Bundestrainerin Silvia Neid bedauert das Ende des Turniers, auch wenn es für ihre Arbeit keine große Rolle gespielt habe. "Ich bin immer sehr gern hierhergekommen. Es war immer ein schönes Event."