Magdeburg/Doha l Sie sind Fans wie aus dem Bilderbuch: Gut gelaunt, stets in Action. Sie schreien, jubeln, tragen Schwarz-Rot-Gold und schwenken ihre "Go Germany"-Schals. Kein Wunder also, dass Hans-Holger Fischer und seine Lebensgefährtin Andrea Stendel bei der WM super Motive für die Fotografen und Kameraleute abgeben.

Seit 15 Jahren sind die beiden Magdeburger Fans des SCM, "und das mit Leib und Seele", verrät Malermeister Fischer, dessen Liebe zum Club so weit geht, dass er seit 2006 sogar zum Sponsorenpool der Magdeburger Handballer gehört. Alle Heimspiele sind für das Paar "ein Muss", immer öfter taucht es aber auch auswärts auf - überall dort halt, wo die SCM-Stars ihr Bestes geben. Und so war die 19-tägige Reise nach Katar "längst gebucht, bevor feststand, welche Nationen überhaupt qualifiziert sind. Dass die Deutschen es doch noch durch die Hintertür nach Katar schafften, war natürlich das Sahnehäubchen obendrauf", freut sich Malermeister Fischer über den Sonderbonus.

Von Land und Leuten, die sie beim Tingeln durch die Handball-Welt kennenlernten, könnten das Paar inzwischen Bücher schreiben. Von Katar sind beide besonders begeistert: "Nur Städte und Wüste, die reine Spielwiese für Architekten. Geld spielt keine Rolle. Alles, was technisch möglich ist, ist auf 160 km Länge und 80 km Breite zu sehen", schwärmt der Fan, der auch von den Menschen begeistert ist: "Die Kriminalität liegt fast bei null Prozent, die Leute sind sehr nett und hilfsbereit."

Was allerdings das Turnier an sich betrifft, lasse vieles zu wünschen übrig: "Hier ist alles noch sehr unorganisiert - au weia Fußball-WM 2022 kann ich nur sagen", warnt Fischer. Trotz Eintrittspreisen von 10 bis 25 Euro seien die Hallen oft leer. "nur wenn Katar spielt, werden Bauarbeiter rangekarrt und fürs Zuschauen bezahlt. Die sitzen teilweise in Arbeitskleidung auf den Rängen."

Dafür sei die Stimmung unter den 500 blockbildenden deutschen Fans um so besser. Das läge vor allem am tollen Auftritt der Deutschen: "Dass sie sich so gut präsentieren, war ja nicht unbedingt zu erwarten. Aber die Jungs wachsen hier über sich hinaus. Jeder kämpft für jeden, dieser Teamgeist war auch im Achtelfinale gegen Ägypten wieder zu spüren", berichtet der Edelfan, der in Doha inzwischen mit allen sieben SCM-Assen "ein Schwätzchen" gehalten habe. Am meisten fiebern Fischer und Stendel aber mit Matthias Musche mit: "Als er geknickt war, weil er nicht spielen durfte, haben wir versucht ihn aufzubauen. Und vor seiner Premiere haben wir ihm Mut gemacht. Wie man sieht, hat das Daumendrücken bisher geholfen. Wir hoffen, es geht so weiter. Aber so lange Lichtlein so grandios hält wie bisher, machen wir uns keine Sorgen."