Halberstadt l Die Abstimmung war eindeutig - zwölf der 16 Vereine, deren Kicker in der Fußball-Regionalliga Nordost um Punkte spielen, sprachen sich Freitagabend bei der Staffeltagung in Halberstadt dafür aus, dass alle Spiele des insolventen VFC Plauen nicht in die Wertung eingehen. Bei zwei Enthaltungen stimmte nur der Plauener und der Jenaer Abgesandte dafür, dass der VFC weiter am Punktspielbetrieb teilnehmen kann und sämtliche Ergebnisse der Vogtländer auch gewertet werden.

Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) hatte in dieser Woche einen Vergleich mit den Plauenern geschlossen. Darin war dem zahlungsunfähigen VFC die Teilnahme am weiteren Punktspielbetrieb bei Wertung aller Ergebnisse zugesagt worden. Gleichzeitig war Plauen aber, so wie es die NOFV-Spielordnung festlegt, zum ersten Absteiger in die Oberliga erklärt worden.

Gegen diesen Kompromiss machte sich nun die große Mehrheit der betroffenen Vereine stark.

Erwin Bugar, Mitglied des NOFV-Präsidiums, hatte zuvor den Anwesenden den Drei-Punkte-Kompromiss erläutert und seine Ausführungen mit der Bitte beendet: "Für uns ist es sehr wichtig, Ihre Meinung zu hören, damit das NOFV-Präsidium das Umsetzen kann."

Bugar wie auch NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs zeigten sich angesichts der überwältigenden Ablehnung des zweifelhaften Präsidiumsbeschlusses zu einem erneuten Kompromiss bereit, der nun die unbefriedigende Situation in der Nordost-Regionalliga bereinigen soll. Fakt ist: Der NOFV schreibt angesichts der Tatsache, dass gestern in Halberstadt keine Entscheidungsträger tagten, Anfang kommender Woche alle Regionalligavereine an. Deren Präsidenten müssen dann schriftlich erklären, ob sie für oder gegen die Wertung der Plauener Spiele sind. Sollte sich erneut die Mehrheit der Vereine dagegen aussprechen, sieht sich das NOFV-Präsidium veranlasst, seine Entscheidung zu Gunsten von Plauen zu revidieren. Fuchs weiter: "Wir hoffen, dass dann alle Vereine dem auch folgen."

Interessantes Detail am Rande: Selbst die Vertreter von Wacker Nordhausen und dem FSV Zwickau, die von einer Annullierung der Plauen-Spiele eher einen Nachteil gegenüber dem 1. FCM hätten, stimmten Freitag für Nicht-Wertung.