La Plagne. Der Ilsenburger Toni Eggert hat mit seinem Sozius Sascha Benecken (Suhl) mit Silber beim Rodel-Welcup in Lillehammer die einzige Medaille für Sachsen-Anhalts Wintersportler am Wochenende geholt. Denn auch die Bob-Anschieber vom Mitteldeutschen Sportclub verpassten das erhoffte EM-Podest in La Plagne.

BOB

Trotz des EM-Titels für Francesco Friedrich (Oberbärenburg) im Zweier und seiner Bronzemedaille im Vierer beim Weltcup in La Plagne (Frankreich), zugleich als Europameisterschaft ausgetragen, hatte Christoph Langen am Wochenende vor allem schlechte Startzeiten aller drei deutschen Teams gesehen. "Am Start", bestätigte der Bundestrainer des Bob- und Schlittenverbandes (BSD) am gestrigen Sonntagmittag in der ARD nach dem Wettbewerb im großen Schlitten, "waren wir einfach zu schwach."

Vor allem aber war das Eis im Olympiakanal von 1992 sehr schwach, gerade jene Piloten, die zum jeweiligen Ende der beiden Wertungsläufe im Vierer in die Spur gingen, hatten damit ihre Probleme. Der Skeleton-Weltcup der Frauen (ebenfalls zugleich eine EM) wurde erst gar nicht ausgetragen. "Auch unser Training wurde abgesagt in der Woche, die Bahn, die sogar als Kopfsteinpflaster bezeichnet wurde, sollte eigentlich präpariert werden", berichtete Anschieber Marko Hübenbecker vom Mitteldeutschen Sportclub (MSC), der am Sonnabend mit dem Riesaer Piloten Nico Walther im Zweier auf Platz sieben (EM-Sechster) fuhr. "Nico ist zum ersten Mal in La Plagne gefahren, es hat überall ein bisschen gefehlt", meinte der 28-jährige Hübenbecker.

Im Vierer wurde Walther (24) mit Hübenbecker, Andreas Bredau (MSC) und Christian Poser (SC Potsdam) Vierter sowohl in der Weltcup- als auch in der EM-Wertung - mit 86 Hundertstelsekunden Rückstand auf den neuen Europameister Oskars Melbardis (Lettland). "Eigentlich sollten wir mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte der 30-jährige Bredau gestern. "Wir ärgern uns aber über unseren Start. Warum der so schlecht war, können wir uns nicht erklären." Mit 5,86 und 5,92 Sekunden im Anschub war das Walther-Team mehr als eine beziehungsweise fast zwei Zehntelsekunden langsamer als Sieger Melbardis. Maximilian Arndt (Oberhof), der amtierende Vierer-Weltmeister, war noch schlechter: Er erreichte unter anderen mit Anschieber Kevin Korona (MSC) nur Platz fünf. Bundestrainer Langen meinte: Mit solchen Startzeiten "können wir auch bei der WM in Winterberg nicht mithalten". Die Titelkämpfe werden vom 23. Februar bis 8. März ausgetragen.

RODELN

Zwei Wochen vor der WM in Sigulda haben die deutschen Rodler die Generalprobe in Lillehammer (Norwegen) mit Ausnahme der Doppelsitzer verpatzt. Die beste Frau im BSD-Schlitten war Dajana Eitberger (Ilmenau). Die 24-Jährige wurde am Sonnabend beim Sieg der Russin Tatjana Ivanova Dritte. Natalie Geisenberger (Miesbach) wurde nur Fünfte - Tatjana Hüfner aus Blankenburg fuhr auf Platz sieben.

"Saustarke Leistung", lobte die 31-jährige Hüfner Siegerin Ivanova, die mit 47,590 Sekunden zum Bahnrekord gerauscht war - und die 2010 übrigens ihren ersten von zwei EM-Titeln in Sigulda (Lettland) gewann. "Bei mir lief es nicht so rund. Ein großer Patzer vor der Startkurve im ersten Lauf kostete schon sehr viel Zeit", berichtete Hüfner auf ihrer Facebook-Seite. Noch schlechter als den Frauen erging es den Männern: Beim Sieg von Wolfgang Kindl (Österreich) am Sonntag war Felix Loch (Berchtesgaden) mit 0,607 Sekunden Rückstand auf den Sieger und auf Rang acht bester Deutscher. Loch, Eitberger und der Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt sicherten dem BSD zum Abschluss noch den Staffelsieg.

Die Doppelsitzer haben überhaupt die Ehre des BSD gerettet. Trotz Bahnrekord im 1175 Meter langen Eiskanal (47,610 Sekunden) verpassten der Ilsenburger Toni Eggert und sein Sozius Sascha Benecken (Suhl) den Sieg um 35 Tausendstelsekunden. Es gewann der "Bayern-Express" mit Tobias Wendl/Tobias Arlt. "Die ,Tobis` haben zwar den deutlich größeren Fehler gemacht im ersten Lauf, aber wir hatten dafür mehrere kleine", erklärte Eggert nach einem erneut spannenden Duell mit den Olympiasiegern. Eher mahnende Worte schickte Benecken in Richtung WM in Sigulda voraus: "Klar, haben wir die Konkurrenz in Deutschland, wir pushen uns gegenseitig. Aber diesmal standen beide Teams knapp davor zu überpacen." Heißt: Wer zu viel will, kann bei der Weltmeisterschaft auch verlieren.